Lohnt es sich, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen?

In Deutschland gibt es die gesetzliche Pflicht, Verstorbene zu bestatten. Die Kosten für diese Bestattung stehen aber seit 2004 nicht mehr im Leistungskatalog der Krankenkassen, die Angehörigen müssen alleine für die Beerdigung aufkommen und die Kosten tragen. Vor allem bei einem plötzlichen Todesfall stehen die Angehörigen häufig vor großen finanziellen Problemen, denn eine Bestattung ist teuer. Mit dem Abschluss einer Versicherung für den Todesfall ist die finanzielle Sorge kein Thema mehr, da eine Sterbegeldversicherung alle anfallenden Kosten übernimmt.

Vor dem Abschluss informieren

Wer eine Sterbegeldversicherung möchte, der muss die richtige Versicherungssumme wählen. Diese Summe muss passend sein, um alle Kosten für die Beerdigung abzudecken. Die Stiftung Warentest hat berechnet, dass die Bestattungskosten im Schnitt zwischen 6000 und 8000 Euro liegen. Zu diesen Kosten kommen dann noch die Pflege des Grabes und mögliche Notargebühren.

Welche Kosten sind es im Einzelnen, die auf die Angehörigen zukommen?

  • Kosten des Bestatters: Erdbestattung – 1680 Euro (Feuer: 1085 Euro)
  • Gebühren für den Friedhof: Erdbestattung – 1820 Euro (Feuer: 1770 Euro)
  • Trauerfeier: Erdbestattung – 720,- Euro (Feuer: 680,- Euro)
  • Kosten für den Grabstein: Erdbestattung – 3110 Euro (Feuer: 1930 Euro)
  • Kosten für Gärtnerarbeiten: Erdbestattung – 600,- Euro (Feuer: 370,- Euro)

Zusammen ergibt sich eine Summe von 7930 Euro für eine Erdbestattung und wenn der Verstorbene eine Feuerbestattung möchte, dann sind es 5835 Euro. Die Summen stellen den Durchschnitt dar, eine Beerdigung kann aber noch weitaus mehr kosten. Wer das nicht aus eigener Tasche bezahlen kann, muss sich an das Sozialamt wenden. Wer hingegen eine Sterbegeldversicherung hat, der muss sich keine Sorgen machen.

Gibt es eine Sterbegeldversicherung auch ohne Gesundheitsprüfung?

Normalerweise verlangen die Versicherer vor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung eine Gesundheitsprüfung. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Versicherungsgesellschaften, die auf diese Prüfung verzichten. Darin besteht der Unterschied und auch der große Vorteil gegenüber anderen Versicherungen, die für den Todesfall vorsorgen, wie beispielsweise eine Risikolebensversicherung. Wer sich für eine Sterbegeldversicherung ohne eine Prüfung entscheidet, der muss mit einer Wartezeit rechnen. Das bedeutet: Bei einem Todesfall wird die fällige Versicherungssumme erst nach einer Wartezeit nur anteilig an die Angehörigen ausgezahlt. Handelt es sich um eine Versicherung ohne Wartezeit, dann haben die Angehörigen sofort Anspruch auf die Zahlung, wie sie vertraglich festgelegt wurde. Von der Regel ausgenommen ist der Todesfall nach einem Unfall. Einige Versicherer zahlen in diesen Fällen auch die doppelte Summe an die Angehörigen aus.

Wie teuer ist eine Sterbegeldversicherung?

Wie hoch die Beiträge für die Sterbegeldversicherung sind, das ist von mehreren Kriterien abhängig. So spielt das Alter des Versicherten eine wichtige Rolle. Wenn die Kosten und die Risiken, die der Versicherer kalkuliert hat, gering ausfallen oder wenn die Versicherung höhere Zinsen erwirtschaftet, dann entsteht ein Überschuss. Damit können sich die monatlichen Beiträge verringern oder die Summe, die die Versicherung im Todesfall auszahlt, ist höher. Streng genommen gehört diese Versicherung zu den Lebensversicherungen,denn genau wie eine Risikolebensversicherung bewahrt sie die Angehörigen vor hohen Kosten im Todesfall.

Wo sind die Unterschiede zu einer Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung hat den Zweck, die Angehörigen im Todesfall langfristig finanziell abzusichern. Sie eignet sich unter anderem für junge Familien, die vielleicht gerade ein Haus gebaut haben. Stirbt der Vater, der Alleinverdiener der Familie war, dann kann mit dem Geld aus der Versicherung die Kreditschuld getilgt werden. Im Unterschied zur Sterbegeldversicherung hat eine Risikolebensversicherung eine befristete Laufzeit. Verunglückt der Familienvater nach der vertraglichen Laufzeit, dann ist der Versicherungsschutz erloschen und die Familie geht leer aus. Eine Sterbegeldversicherung hingegen hat eine unbefristete Laufzeit. Bei einer Risikolebensversicherung sind die Beiträge deutlich höher, aber die Versicherung zahlt die eingezahlten Beiträge nach Ende der regulären Laufzeit nicht zurück. Anders ist es bei der Sterbegeldversicherung. Die Versicherung läuft nicht aus, der Versicherte kann jedoch kündigen. Wenn der Versicherte kündigt, bekommt er seine eingezahlten Beiträge zum Rückkaufswert ausgezahlt.

Wer bekommt die Versicherungssumme?

Nach der gesetzlichen Erbfolge haben die leiblichen Kinder des Versicherten zu gleichen Teilen ein Anrecht auf das Erbe. Hatte der Verstorbene keine Kinder, dann sind die nächsten Verwandten erbberechtigt, immer entsprechend dem Verwandtschaftsgrad. Wenn der Versicherte verheiratet ist, dann fällt dem Ehepartner ein Sonderstatus zu. Es steht dem Versicherten jedoch grundsätzlich frei, eine Person zu bestimmen, die im Falle des Todes die Versicherungssumme erhalten soll.

Fazit

Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich in jedem Fall, denn sie schützt die Angehörigen vor großen finanziellen Belastungen nach einem Todesfall.

Bild: @ depositphotos.com / Buurserstraat38

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