Lohnt es sich, die Lebensversicherung zu beleihen?

Der Immobilienboom hat Deutschland fest im Griff. Bedingt durch die dauerhaft niedrigen Zinsen nehmen immer mehr Deutsche einen Kredit auf, um ein Haus zu kaufen, zu sanieren oder zu bauen. Aber nicht jeder kann sich mit dem Gedanken anfreunden, die komplette Summe bei der Bank zu leihen, viele suchen nach anderen Möglichkeiten, zum Beispiel über die Lebensversicherung. Rein statistisch gesehen hat jeder Deutsche eine Lebensversicherung und da die Nullzins-Politik der EZB eine gute Rendite unmöglich macht, wird die Lebensversicherung gerne beliehen, um den Wunsch nach dem eigenen Haus Wirklichkeit werden zu lassen.

Sicheres Eigenkapital

Wenn das Traumhaus sanierungsbedürftig ist, dann muss ein Hypothekendarlehen aufgenommen werden. Wer bisher in eine Lebensversicherung eingezahlt hat, der sollte den Vorteil nutzen und diese Versicherung kündigen. Der Rückkaufswert ist das sichere Eigenkapital und das Darlehen fällt dann entsprechend niedriger aus. Die bislang bezahlten Prämien für die Police können für die schnellere und höhere Tilgung eingesetzt werden. Alle, die noch eine alte Police mit einer hohen Garantieverzinsung haben, können das aktuelle Zinsniveau jedoch für sich nutzen. In diesem Fall sollte die Lebensversicherung nicht verkauft, sondern nur beliehen werden. Der Versicherte behält dabei die laufende Verzinsung von bis zu vier Prozent der Lebensversicherung bei, er zahlt aber nur zwei Prozent für die Beleihung und das macht einen guten Zinsgewinn aus.

Die Finanzierung optimieren

In der Regel reicht das Darlehen aus der Versicherungspolice nicht aus, um die komplette Finanzierung einer Immobilie zu übernehmen, aber ein solches Darlehen hat durchaus das Potenzial, die Finanzierung zu optimieren. Das gilt vor allem dann, wenn die Lebensversicherung noch eine Laufzeit von nur wenigen Jahren hat. Nur wenn der Vertrag das ursprünglich geplante Ende seiner Laufzeit erreicht hat, dann wird auch der Überschuss am Schluss gutgeschrieben. Bei durchschnittlichen Verträgen kann das schnell mal mehrere Tausend Euro ausmachen, eine Summe, die bei der Kündigung der Lebensversicherung verloren gehen würde. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil, denn anders als bei einem klassischen Hypothekendarlehen, kann ein Policendarlehen zurückgezahlt werden, wann immer es der Kreditnehmer möchte. Wird zum Beispiel nach einigen Jahren eine Erbschaft gemacht, dann kann das Geld sofort und ohne zusätzliche Kosten für die Tilgung des Kredits verwendet werden.

Wenn die Lebensversicherung beliehen wird, dann ändert sich nichts am Steuerprivileg. Für alle Policen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, erfolgt die Auszahlung, ohne dass Steuern auf die Kapitalerträge erhoben werden.

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