Nicht alle Wertgegenstände des Beifahrers abgesichert

Die Ärzte-Zeitung weist darauf hin, dass Beifahrer oder Mitfahrer in einem Auto bei einem Unfall nicht unbedingt automatisch ihren vollen Schaden erstattet bekommen. So muss die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers nicht automatisch für alle Wertgegenstände des Bei- oder Mitfahrers aufkommen, die er bei dem Unfall bei sich trug, beruft sich die Zeitung auf die ARAG.

Grundsätzlich müsse die Kfz-Haftpflichtversicherung zwar für Schäden haften, die Mitfahrer bei einem Unfall erleiden, doch dieser Versicherungsschutz gilt nur für Gegenstände, die Personen üblicherweise mit sich tragen. So lautet eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung. Dazu gehören neben der Kleidung typischerweise auch Brille, Brieftasche, Handy oder Smartphone.

Für alle Gegenstände, die “üblicherweise nicht mitgeführt werden”, wie z.B. Laptops, besteht auch kein Versicherungsschutz. Das stellte das Landgericht Erfurt in einem entsprechenden Urteil klar. Im verhandelten Fall hatte ein Beifahrer die Versicherung des Unfallverursachers verklagt, für seinen Laptop aufzukommen, der bei dem Unfall im Jahr 2011 zu Bruch ging. Die Versicherung verweigerte die Zahlung der geforderten Summe von 650 Euro – zu Recht, wie das Erfurter Gericht entschied, das die Klage des Beifahrers als unbegründet abwies.

Das könnte sie auch interessieren:

    Verbraucherschützer raten von Insassen-Unfallversicherung ab
    Mit 4,4 Millionen laufenden Verträgen gehört die Insassen-Unfallversicherung zu den beliebtesten Versicherungen in Deutschland. Doch Verbraucherschützer raten von dem Abschluss einer solchen Versicherung ab, da die Risiken, die von ihr abgedeckt werden, anderweitig besser abgesichert werden.
    Eine Insassen-Unfallversicherung schützt den Fahrer und seinen Beifahrer sowie alle weiteren Mitfahrer eines Autos bei einem Autounfall finanziell gegen

    Verlust des Versicherungsschutzes wegen Alkohol
    Die HUK Coburg weist darauf hin, dass Alkohol im Straßenverkehr den Versicherungsschutz kosten kann. Dabei gibt es – genau wie auf der strafrechtlichen Seite – verschiedene Aspekte, die berücksichtigt werden. Dazu gehört neben der Alkoholkonzentration im Blut auch die individuelle Fahrtüchtigkeit. Wenn feststeht, dass der Unfall eindeutig auf den alkoholisierten Zustand des Unfallverursachers zurückzuführen ist,

    Haftpflichtversicherung übernimmt Mietsachschäden
    Die Private Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel so genannte “Mietsachschäden”, für die der Vermieter bei der Rückgabe der Wohnung oder später Schadenersatzforderungen stellen kann. Hierunter fallen z.B. Schäden an Türen und Bodenbelägen. Manche Versicherungen schließen – gegen Aufpreis – auch Mobiliar in Hotelzimmern oder angemieteten Ferienhäusern in den Versicherungsschutz ein.

    Die Versicherungssumme beträgt üblicherweise bis zu

    Insassenunfallversicherung: Notwendig oder nicht?
    Viele Kfz-Versicherungen bieten ihren Kunden zusätzlich zur Haftpflicht- und Teil- bzw. Vollkaskoversicherung noch eine Insassenunfallversicherung. Doch macht ein solcher Vertrag wirklich Sinn?
    Versichert sind damit Unfälle, die der Fahrer oder der Beifahrer während der Fahrt, aber auch beim Ein- und Aussteigen oder Be- und Entladen, erleiden. Doch in vielen Fällen sind diese Risiken auch ohne zusätzliche

    Versicherungsschutz auch bei Kollision mit totem Wild
    Wie aus einem Urteil des Landgerichts Stuttgart hervorgeht, besteht der Versicherungsschutz eines Autofahrers auch, wenn er aufgrund des Überfahrens von bereits totem Wild einen Unfall verursacht (Az.: 5 S 244/06. Das Gericht war der Meinung, dass es versicherungsrechtlich keinen Unterschied macht, ob es zur Kollision mit einem lebenden, bewegten oder mit einem toten Tier kam.