Freies Fahren auf Rennstrecke nicht versichert

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist das sogenannte “Freie Fahren” auf einer Rennstrecke wie dem Nürburgring nicht versichert (Az.: 12 U 148/13).

Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der mit dem Porsche 911 GT3 seiner Mitarbeiterin vor zwei Jahren an der Veranstaltung “Freies Fahren” auf dem Nürburgring teilnahm. Dabei krachte er auf der Nordschleife jedoch mit einer Geschwindigkeit von 115 km/h in die Leitplanke, wodurch am Fahrzeug ein Schaden in Höhe von rund 20.000 Euro verursacht wurde. Hinzu kam ein Schaden an der Leitplanke, der sich auf ca. 1.800 Euro belief.

Die Fahrzeugbesitzerin wollte nun, dass ihre Kasko-Versicherung die Kosten für den Fahrzeugschaden und die Haftpflichtversicherung den Leitplanken-Schaden übernimmt. Die Kaskoversicherung verwies auf den Versicherungsvertrag, in dem der Versicherungsschutz für Fahrten auf Rennstrecken explizit ausgeschlossen wurde. Dem Gericht zufolge gilt diese Klausel sowohl für Rennen als auch für Trainingsfahrten auf einer Rennstrecke, deshalb müsse die Versicherung für die Unfallkosten nicht aufnehmen. Damit bestätigte das OLG das Urteil der vorherigen Instanz.

Etwas anders stellt sich der Sachverhalt für die Haftpflichtversicherung und den Schaden an der Leitplanke dar. Die entsprechende Klausel im Versicherungsvertrag besagte, dass der Versicherungsschutz für Fahrten auf Rennstrecken ausgeschlossen ist, bei denen es auf das Erreichen einer Höchstgeschwindigkeit ankommt. Dies ist jedoch in dem vorliegenden Fall nicht zwangsläufig gegeben, deshalb muss die Versicherung diesen Schaden übernehmen.

Das könnte sie auch interessieren:

    Es ist nicht immer Unfallflucht
    Die Bremsen versagen und man fährt in der tiefen Nacht mit seinem Auto in eine Leitplanke. Was jetzt tun? Bislang war die gängige Auffassung so, dass man am Unfallort ausharren musste um nicht Unfallflucht zu begehen und so den Versicherungsschutz fahrlässig aufs Spiel zu setzen.
    Dem ist aber nicht immer so. In einem Urteil entschied das

    Weiterfahren nach Beschädigung der Leitplanke ist Fahrerflucht
    Wer mit seinem Auto eine Leitplanke beschädigt muss nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Brandenburg am Unfallort bleiben, ansonsten macht man sich der Unfallflucht schuldig, was den Verlust des Versicherungsschutzes nach sich zieht (Az.: 12 U 205/06).
    Im konkreten Fall hatte ein Mann mit einem Auto eine Leitplanke geschrammt. Da er von einem nur geringen Schaden ausging,

    KFZ – Versicherung bei Fahrtraining
    Der Versicherungsschutz bei Fahrveranstaltungen wird bei den meisten KFZ – Versicherung ausgeschlossen, so dass sie im Schadenfall von der Leistung befreit sind. Gerichtlich verhandelt wurde jetzt ein Fall, in dem ein Mann mit seinem Sportwagen an einem organisierten Fahrsicherheitstraining auf eine Grand Prix Strecke teilgenommen hatten.
    Während der Veranstaltung passierte ein Unfall, bei dem am

    Trotz Selbstzahlung ist Rückstufung in Kfz-Versicherung zulässig
    Wie das Landgericht Dortmund in einem aktuellen Urteil entschied, kann ein Autofahrer auch dann in der Schadensfreiheitsklasse seiner Versicherung zurückgestuft werden, wenn er nach einem Unfall den Schaden sebst bezahlt hat (Az.: 2 S 43/06).
    Im vorliegenden Fall klagte ein Autofahrer gegen seine Kfz-Haftpflichtversicherung, weil diese ihn nach einem Unfall in der Schadensfreiheitsklasse zurückstufte, obwohl er

    Unfallversicherung bei alkoholbedingtem Verkehrsunfall
    Die Aspect Online AG weist darauf hin, dass eine private Unfallversicherung nicht zwangsläufig auch bei alkoholbedingten Unfällen zahlt, sondern dass sich dies je nach Vertragsbedingungen unterscheidet. So urteilte z.B. das Oberlandesgericht Saarbrücken zugunsten einer Versicherung, die die Zahlung verweigerte (Az.: 5 U 249/08-29). Im konkreten Fall ging es um einen Versicherungsvertrag mit Alkoholklausel. Diese Klausel