Neues Urteil vom Oberlandesgericht Frankfurt

Bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeits-Police ist die Nennung aller bestehenden Krankheiten verpflichtend, da sonst der Versicherungsschutz im akuten Krankheitsfall, der zur Berufsunfähigkeit führen könnte, nicht mehr gewährleistet ist.

Das Landgericht Frankfurt entschied zunächst, dass bei Abschluss der Police nicht nur die Krankheiten benannt, sondern auch alle damit zusammenhängenden gravierenden Symptome aufgezählt werden müssten, um diese Pflicht zu erfüllen.

Im aktuellen Fall musste die Betroffene, die bei ihrem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung angab, unter Heuschnupfen zu leiden, ihren Beruf wegen massiven Atembeschwerden aufgeben. Die Versicherung weigerte sich jedoch zu zahlen, mit der Begründung, sie sei bei Abschluss nicht über alle Symptome ausreichend informiert gewesen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied in diesem Fall im Sinne der Versicherten und bekräftigte deren Argumentation. Die Nennung allgemeiner Krankheitsbilder beinhalte selbstverständlich auch die der für diese Krankheit typischen Symptome. Im aktuellen Fall sei allgemein bekannt und daher davon auszugehen, dass es bei einem Heuschnupfen zu Atembeschwerden kommt. Da die Versicherte ihrer Anzeigepflicht nach Meinung des Gerichtes somit ausreichend nachgekommen sei, gibt es keinen Grund, die in der Police vereinbarten Leistungen zu verweigern, daher ist die Versicherung zur Zahlung verpflichtet.

Das könnte sie auch interessieren:

    Berufsunfähigkeitversicherung (BUV): Richtige Angaben machen
    Bei Vertragsabschluss einer Berufsunfähigkeitversicherung (BUV) sollte daruf geachtet werden unbedingt ehrliche Angaben zu Vorerkrankungen zu machen. Im aktuellen Fall, hielt sich eine Antragstellerin an diese Regel und gab an, unter Heuschnupfen zu leiden. Der gewünschte Vertrag kam zustande.
    Nach einiger Zeit musste sie wegen Atembeschwerden ihren Job aufgeben und wollte somit ihre abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch

    Krankheit verschweigen kann Versicherungsschutz kosten
    Wer beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bestehende Krankheiten verschweigt, risikiert den Versicherungsschutz. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Brandenburg (Az.: 11 U 6/11) weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) hin.
    Im konkreten Fall schloss eine 40-jährige Beamtin eine Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Sie verschwieg bei den Fragen zu ihrem Gesundheitszustand jedoch, dass sie unter eine Magenschleimhautentzündung litt,

    Nicht feststellbare Berufsunfähigkeit zu Lasten des Versicherten
    Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main geht eine nicht feststellbare Berufsunfähigkeit infolge von Aggravation zu Lasten des Versicherten (AZ: 3 U 171/06). Im konkreten Fall lehnten die Richter die Rentenansprüche eines Mannes ab, der an Aggravation leidet, d.h. seine vorhandenen Krankheitssymptome bewusst übertreibt. Im Gegensatz zu einem Simulanten gibt es bei diesen Patienten tatsächlich Symptome,

    Nachträgliche Vereinbarungen
    Versicherungen müssen gemäß eines Urteils des Bundesgerichtshofes Ihre Kunden im Falle von nachträglichen Vereinbarungen bei einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung über die mögliche Risiken und Probleme ausreichend aufklären. Die Versicherung darf nicht Ihre überlegenen Sach- und Rechtskenntnisse ausnutzen und den Versicherten in schwerwiegender Form benachteiligen.
    Im dem Gerichtshof zur Entscheidung vorgelegtem Fall hatte die Versicherung die Zahlung

    Was bei der BU-Versicherung beachtet werden muss
    Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Im Falle einer Berufsunfähigkeit sorgt sie für finanzielle Sicherheit und verhindert eine existenzbedrohliche Notlage. Deshalb sollte jeder eine BU-Versicherung besitzen. Doch die Anbieter und Tarife sind so vielfältig, dass es schwierig scheint, die richtige Police auszuwählen. Das Experten-Onlineportal VNR hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die bei