Rente mit 70 ist medizinisch unbedenklich

Die Diskussion um das Renteneintrittsalter ebbt nicht ab. Inzwischen hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gefordert, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen, damit die Effekte des demografischen Wandels ausgeglichen werden können.

Rein medizinisch ist die Rente mit 70 laut der Gesetzlichen Unfallversicherung wohl unbedenklich. So erklärt Arbeitsmedizinerin Hanna Zieschang vom der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zugehörigen Institut Arbeit und Gesundheit in Dresden, dass Betriebe und Arbeitnehmer von der Arbeit im Alter profitieren können. Sowohl die Erfahrung älterer Arbeitnehmer als auch deren Motivation sprechen für ein höheren Renteneintrittsalter.

Zieschang zufolge lassen im Alter zwar bestimmte Sinnesleistungen nach, doch daneben gebe es „auch Eigenschaften, die im Alter besser werden“ wie z.B. Erfahrung, Kommunikationsfähigkeiten und Flexibilität. Wichtig sei, dass der ältere Arbeitnehmer richtig und gesund eingesetzt werde und die Arbeitplatzgestaltung gut sei. In Berufen, die eine hohe körperliche Belastung und Verschleißerscheinungen mit sich bringen, könnten die Betroffenen durch lebenslanges Lernen und Berufswechsel ebenfalls ein Arbeiten bis an die Altersgrenze erreichen, so Zieschang.