Krankenkassen werben mit Regelleistungen

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge werben viele gesetzliche Krankenkassen mit leeren Versprechen. Durch den seit Januar für alle gesetzlichen Kassen gleich hohen Beitrag von 15,5% versuchen viele Versicherungen stärker als bislang um Kunden werben. Der Bericht bezieht sich auf ein Vergleich der Stiftung Warentest von 113 Krankenkassen, bei dem sich herausstellte, dass einige Versicherungen vorgeschriebene Standardleistungen als „Zusatzleistung“ bewerben.

So warb z.B. die „Barmer“ mit häuslicher Krankenpflege und Pflegeversicherung als „Zusatzleistung“, obwohl es sich hierbei um Regelleistungen handelt, die allen Versicherungen zusteht. Ähnliches gilt für die BKK Mobil Oil, die in ihrer Werbung Akupunktur bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich als Extraleistung herausstellte. Einige Kassen bewarben Zusatzleistungen (u.a. Schutziumpfungen für Auslandsreisen), aber strichen die Leistung noch in der gleichen Saison. Andere Zusatzleistungen werden tatsächlich nur unter bestimmten Bedingungen gewährt. So gilt das Angebot von 250 Euro für neue Mitglieder von der BKK VBU nur dann für eine vierköpfige Familie, wenn diese ein Jahr lang „gesundheitsbewusst“ gelebt hat.

Als Beispiele für tatsächliche Zusatzleistungen nennt die Stiftung Warentest die Beteiligung von Krankenkassen an Gesundheitskursen zu Bewegung, Ernährung oder Entspannung usw., die Gewährung eines Gesundheitsbonus für die regelmäßige Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen, weniger Praxisgebühr bei der Teilnahme an einem Hausarztprogramm oder die Mehrleistung für ambulante homöopathische Versorgung.