Magere Renditen mit Lebensversicherungen

Im letzten Jahr erwirtschafteten die Lebensversicherungen für ihre Kunden durchschnittlich gerade mal 4,69% durch die Anlage in Aktien, Anleihen, Immobilien oder Hedgefonds. Im Vergleich dazu waren es 2006 noch 4,81% und 2005 sogar noch 5,2%. Bei diesen niedrigen Renditen ist eine Zinserhöhung für die Sparer sehr unwahrscheinlich, im Gegenteil, nach den beiden Jahren, in denen es leicht steigende Überschussbeteiligungen gab, könnte nun eine Nullrunde oder sogar ein Minus drohen.

Manfred Poweleit vom Branchendienst Map-Report analysierte die aktuellen Bilanzen von 89 Lebensversicherern und kam zu dem Ergebnis, dass der Renditerückgang „kein gutes Omen für die ohnehin in der Krise steckende Branche“ ist. Besonders betroffen ist der Marktführer Allianz Leben, der trotz seinem 17%igen Anteil am Neugeschäft ein Minus von 5,13% auf 4,85% hinnehmen musste. Damit rutscht Allianz Leben in der Gesamtbewertung auf Platz 22 durch. Deutlich höhere Renditen konnte VHV Leben (6,59%), CiV (6,27%) und die Öffentliche Berlin Brandenburg (5,54%) erwirtschaften. Bei den größeren Anbietern bot die Debeka ihren Kunden mit 5,41% die höchste Rendite, Direkversicherer Cosmos kam auf 5,01%.

Von den erwirtschafteten Renditen sind die möglichen Ausschüttungen an die Kunden abhängig – je höher die Renditen sind, umso größer ist auch der Spielraum für Ausschüttungen. Durch die Auflösung oder Bildung von Kapitalreserven können die Versicherer aber auch die Ausschüttungen erhöhen oder verringern. Seit Jahresbeginn sind die Versicherungen zur Beteiligung ihrer Kunden an den stillen Reserven sogar verpflichtet.

Versicherungsexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beurteilt die Lebensversicherung als sehr unflexibel und renditeschwach, deshalb lohne es sich für die meisten Kunden nicht mehr – wobei man allerdings zwischen Anlage und Todesfallschutz strikt trennen müsse. Wer trotzdem eine Lebensversicherung abschließen möchte, der sollte unbedingt einen günstigen Anbieter wählen, rät Nauhauser.