Weniger Arbeitsunfälle – geringeres Unfallrisiko

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat heute in Berlin die Zahlen der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand vorgestellt, nach denen im vergangenen Jahr auf 1000 Vollarbeiter 26,8 Unfälle kamen, das sind 0,2 Unfälle weniger als im Jahr zuvor. Da die Beschäftigungszahlen dank der guten Konjunktur gestiegen sind, ist die absolute Zahl der Arbeitsunfälle trotz geringerem Unfallrisiko auf 959.714 gestiegen – also 1,2% mehr als im Jahr 2006. Die geleisteten Arbeitsstunden nahmen im letzten Jahr dadurch ebenfalls (um 2,5%) zu und betrugen insgesamt 57 Milliarden Arbeitsstunden. Wie DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer erklärte, dass es normal sei, dass bei mehr geleisteter Arbeit auch mehr Unfälle passieren. Dank des anhaltenden Engagements von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für mehr Arbeitssicherheit sei aber das Unfallrisiko insgesamt gesunken.

Breuer kritisiert deshalb die Gesetzesänderung zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (UVMG), die momentan im Bundestag diskutiert wird. Es sei „alles andere als konjunkturfreundlich“, der Wirtschaft zusätzliche Kosten in dieser Höhe aufzubürden, die durch die neuen Meldepflichten, die den Arbeitgebern auferlegt werden sollen, entstehen würden. Er hoffe, dass die Politik von einer Fehlentscheidung absieht und stattdessen effizientere Alternativen, die derzeit entwickelt werden, abwartet.

Auch die Zahl der Schulunfälle ging im letzten Jahr zurück. Insgesamt kam es zu 1.265.368 meldepflichtigen Unfällen beim Besuch der Schule, Kindertagesstätte oder Universität. Das sind im Vergleich zum Vorjahr (1.279.771 Unfälle) 1,1% weniger. Alle Unfälle, die von einem Arzt behandelt werden müssen, sind meldepflichtig. Pro 1000 Schülern kam es damit zu 73,3 Unfällen. Allerdings geschahen die meisten (57) der 62 tödlichen Unfälle im Jahr 2007 auf dem Schulweg, beim Schulbesuch selbst kam es zu 5 tödlichen Unfällen.