„Schwarze“ Versicherungslisten

Nach Angaben des Bundes der Versicherten (BdV) führt die deutsche Versicherungswirtschaft geheime Risikolisten ihrer Kunden, was BdV-Chefin Lilo Blunck nicht nur als rechtlich fragwürdig, sondern auch als unangemessenes Instrument im Kampf gegen Betrug anprangert.
Bei diesen Listen handelt es sich um eine Datensammlung von rund 10 Millionen Datensätzen, die nach geheimen Kriterien zusammengestellt werden und auch die Versicherten ahnen nichts von diesen Listen, auf denen sie unter Umständen schon nach einer Ablehnung einer Berufsunfähigkeitsversicherung landen könnten. Einmal auf diese Liste erhalten sie auch bei anderen Unternehmen keinen Versicherungsschutz, erfahren aber nicht die Gründe für die weiteren Ablehnungen.

Zum 1. Januar 2008 treten die Neuregelungen im Rahmen der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes VVG in Kraft, die besagen, dass bei Lebensversicherungen alle Vertriebs- und Vermittlungskosten offen zu legen sind und dass Interessenten eine Modellrechnung über garantierte und prognostizierte Leistungen erhalten müssen. Trotz dieser Verbesserungen gäbe es weiterhin erhebliche Defizite, kritisierte Blunck, z.B. werden Lebensversicherungen nicht mit anderen Kapitalanlagen verglichen. Auch in der Kundenorientierung bestehe weiterhin Nachholbedarf, wie die steigende Zahl der Beschwerden beim BdV beweise. Unabhängig davon müssten die Versicherungsbedingungen transparenter gemacht werden, da immer noch viele wichtige Details nur im Kleingedruckten versteckt sind.