Zahl der Wildunfälle steigt auf Rekordniveau

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt wieder die Zahl der Unfälle, an denen Wild beteiligt ist. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Wildunfälle auf ein neues Rekordniveau geklettert, denn es gab über 264.000 Unfälle mit Rehen oder Wildschweinen. Damit stieg auch die Höhe der geleisteten Schäden auf insgesamt knapp 682 Millionen Euro. Das zeigt die Bilanz der Schäden, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jetzt vorlegte.

Vorsicht vor dem Reh am Wegesrand

Ein Reh am Wegesrand sollte immer ein Grund sein, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Läuft das Reh über die Straße, dann kommt es nicht selten zu einer Kollision mit dem Auto. Das ist nicht nur teuer, sondern auch sehr gefährlich. Alleine im Jahr 2016 gab es über 720 dieser Kollisionen mit einem Wildtier, das sind 1000 Unfälle mehr als im Jahr 2015. Damit stiegen auch die Kosten für die Versicherungen. Im Schnitt musste jede Versicherung pro Wildunfall 2582 Euro zahlen, 2015 zahlten die Versicherungen rund 2485 Euro. Insgesamt mussten sie vier Prozent mehr bezahlen als 2015.

Welche Tiere verursachen die meisten Schäden?

In 80 Prozent aller Wildunfälle sind Rehe die Verursacher, dann folgen mit zehn Prozent die Wildschweine. Auch kleine Tiere wie Füchse, Wildkaninchen oder Hasen sorgen für schwere Schäden am Auto, wenn sie unvermittelt auf der Straße stehen oder über die Straße laufen. Rein statistisch gesehen passieren die meisten Unfälle mit Wildtieren in den frühen Morgenstunden zwischen fünf und acht Uhr. Gefährlich ist es auch am späten Nachmittag gegen 17:00 Uhr und um Mitternacht.

Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall

Kommt es zu einer Kollision mit einem Reh, einem Hirsch oder einem Wildschwein, dann muss sofort die Warnblickanlage eingeschaltet und das Warndreieck aufgestellt werden. Anschließend folgt der Anruf bei der Polizei, hilfreich ist es zudem, Fotos vom Unfallort zu machen. Verletzte oder getötete Tiere bitte nicht anfassen, die Bergung übernehmen entweder der zuständige Revierförster oder der jeweilige Jagdpächter. Für die Versicherung ist es wichtig, sich vom Revierförster eine sogenannte Wildunfallbescheinigung ausstellen zu lassen.

Der Autofahrer muss die Versicherung informieren, bevor die Wildspuren beseitigt werden. Das gilt auch für die Reparatur des Autos. Der Mitarbeiter der Versicherung sollte den Wagen vor der Fahrt in die Autowerkstatt oder auf den Schrottplatz begutachten können.

Bild: @ depositphotos.com / ehrlif

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Ulrike