Warum private Versicherungen ihren Kunden die Privatrente kürzen

Dass die gesetzliche Rente nicht zum Leben ausreicht, ist seit Langem bekannt. Das hat viele Deutsche bewogen, in eine private Rente einzuzahlen. Bedingt durch die extrem niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt sehen die privaten Versicherer aber keine andere Möglichkeit mehr, als diese Privatrenten zu kürzen. Davon betroffen sind mehrere zehntausend Kunden. Die Kunden machen jetzt die bittere Erfahrung, dass ihre Privatrente von Jahr zu Jahr weniger wird.

Keine Erhöhungen mehr

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat die Lage auf den Kapitalmärkten verschärft. Die großen Versicherer, wie die Iduna, die AXA oder auch die Debeka müssen die Privatrenten kürzen, die bereits ausgezahlt werden. Erhöhungen bei den Beträgen gibt es kaum noch. Ein Grund sind die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer, die seit einigen Jahren fallen, auch bei den Rentenversicherungen. Die Versicherungen haben das Geld der Kunden bislang meist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt und diese sind von den niedrigen Zinsen ganz besonders betroffen. Alleine in diesem Jahr liegt die Überschussbeteiligung bei durchschnittlich 2,51 %. Damit werden die Kundenguthaben im Augenblick verzinst, unabhängig davon, ob bereits eine Rente gezahlt oder ob noch angespart wird. Im Vergleich dazu lag die Überschussbeteiligung im Jahre 2002 noch bei 6,51 %.

Von der Zeit überholt

Ein Rentner, der vor 15 Jahren noch 326,- Euro aus der Privatrente bekommen hat, der muss sich heute mit 20 % weniger zufriedengeben, und zwar mit nur 264,- Euro im Monat. Vor 15 Jahren sahen die Prognosen der Rentenversicherer noch rosig aus. Kaum jemand konnte ahnen, wie sich die Zinsen einmal verändern würden, die Versicherungen wurden praktisch von der Zeit überholt. Besonders betroffen sind alle, die eine sogenannte teildynamische private Rente beziehen und seit dem Jahr 2000 in Rente sind. Diesen Kunden bleibt nur noch die garantierte Rente, denn wenn die Überschussbeteiligungen sinken, wie es jetzt der Fall ist, dann werden auch die Renten gekürzt. Die Garantiesumme ist jedoch nur ein kleiner Trost für die Rentner, aber unter die Beispielsumme von 264,- Euro kann die Rente nicht mehr sinken.

Normalerweise bekommen die Bezieher von privaten Renten die Garantiesumme, aber das ist für die 28.000 Kunden, die von der Generali eine Rente beziehen, nur Wunschdenken. Kunden, die Policen mit einem Garantiezins von 1,75 % haben, kürzt die Versicherung aufgrund der niedrigen Zinsen auch die Verzinsungen, die über den garantierten Zins hinausgehen.

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