Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden?

Sturm „Herwart“ ist übers Land gezogen und hat jede Menge Schäden hinterlassen, vor allem im Norden und Osten Deutschlands sind die Verwüstungen groß. Bäume stürzten auf Autos, Dächer wurden abgedeckt und die Sturmflut zerstörte 80 Prozent des Strandes der Insel Wangerooge. Aber welche Versicherung kommt jetzt für welchen Schaden auf?

Was leistet die Wohngebäudeversicherung?

Entstehen durch einen Sturm Schäden an einem Wohnhaus, dann ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Der Wind muss dabei aber eine Stärke von mindestens acht oder eine Geschwindigkeit von 63 Stundenkilometern haben. Wie stark der Wind tatsächlich unterwegs war, können Hausbesitzer beim Deutschen Wetterdienst erfahren. „Herwart“ hatte örtlich eine Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. Die Wohngebäudeversicherung zahlt, wenn ein Baum auf das Dach fällt, für die Schäden an Satellitenschüsseln und Markisen ist die Hausratversicherung zuständig. Diese Versicherung kommt auch für die Schäden an Möbeln und Teppichen auf, wenn der Regen durch das kaputte Dach getropft ist.

Wer zahlt bei Überschwemmungen?

Im Norden, wie zum Beispiel in Hamburg, sorgte „Herwart“ nicht nur für schwere Sturmschäden, sondern auch für zahlreiche Überschwemmungen. In diesem Fall reicht die Wohngebäudeversicherung leider nicht aus. Die Hausbesitzer müssen eine sogenannte Elementarschadenversicherung haben. Diese Versicherung ist aber ein Baustein der Gebäudeversicherung oder wird auch als eine eigenständige Versicherung angeboten. Ein weiterer Baustein der Wohngebäudeversicherung ist die Glasversicherung. Auch sie ist wichtig, wenn der Hausbesitzer nicht auf den Kosten für Fenster sitzen bleiben möchte, die der Sturm zerstört hat. Ist das Auto durch das Unwetter zu Schaden gekommen, dann ist die Teilkaskoversicherung zuständig.

Schnell die Schäden melden

Im Schadensfall gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. So sollte der Versicherer so schnell wie möglich informiert werden. Der Versicherte hat zudem die Pflicht der Schadensminderung. Das heißt, er muss verhindern, dass der Schaden noch größer wird, als er bereits ist. Der Hausbesitzer sollte zum Beispiel die kaputten Fenster mit einer Folie abdichten, damit nicht noch mehr Wasser ins Haus läuft. Außerdem muss der Hausbesitzer der Versicherung die Möglichkeit geben, die Schäden auch mit einem Sachverständigen zu begutachten. Wichtig ist es, keine pauschalen Leistungen mit Handwerkern zu vereinbaren, denn auch hier hat die Versicherung ein Mitspracherecht.

Ein starker Sturm wie „Herwart“ ist leider keine Seltenheit mehr. Für alle, die ein Haus bauen oder kaufen möchten, ist es daher sehr wichtig, angemessen versichert zu sein.

Bild: @ depositphotos.com / eugenef

Das könnte sie auch interessieren:

    Unwetter: Welche Versicherung zahlt?
    Immer wieder sorgen Unwetter für große Schäden. Besonders ärgerlich sind Schäden, die durch Sturm, Regen oder auch Blitzeinschlag verursacht wurden, wenn sie durch die Hausratversicherung oder die Wohngebäudeversicherung nicht übernommen werden.
    Oft laufen durch heftigen Regen Keller in Deutschland mit Wasser voll. Das eindringende Wasser verursacht an den Gegenständen, die im Keller gelagert werden, erhebliche Schäden.

    Hausratversicherung zahlt keine Schäden durch Tauwasser
    Die Hausratversicherung deckt keine Schäden, die durch Tauwasser entstanden ist. Grundsätzlich übernimmt die Hausratversicherung in der Regel nur Schäden, die durch Leitungswasser, Sturm, Feuer oder Einbruch verursacht wurden. Auch die Wohngebäudeversicherung greift weder bei Tauwasserschäden noch bei Schäden durch Starkregen oder Überschwemmungen. Für letztgenannte Schäden muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden, eine sogenannte Elementarschadenversicherung.
    Wenn ein

    Welche Versicherungen für Silvester wichtig sind
    Raketen, Böller, Feuerwerk – an Silvester gibt es viele Gefahren, die Schäden verursachen können. Seit 2009 müssen die Versicherungen selbst bei “grober Fahrlässigkeit” einen Teil des Schadens übernehmen, doch je nach Art des Schadens sind unterschiedliche Versicherungen zuständig.
    Die Hausratversicherung kommt für Schäden auf, die z.B. durch ein Tischfeuerwerk in der Wohnung entstehen oder die durch

    Frostschäden nicht immer durch Versicherung gedeckt
    Bei starkem Frost müssen außen liegende Wasserhähne abgestellt werden und Wasserleitungen entleert werden, ansonsten zahlt die Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung nicht für Wasserschäden, so der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in Hamburg.
    Selbst bei großer Sorgfalt des Hausbesitzers ist bei geplatzten Wasserleitungen und Wasserschäden nicht immer mit einer Übernahme des Schaden durch die Versicherung zu rechnen. Die Hausratversicherung

    Sturm Emma: Orkan Emma verursacht hohe Sturm-Schäden
    Sturm oder Orkan Emma raste am Wochenende über Land und verursachte hohe Schäden. Zwar fielen die Schäden nicht so hoch aus wie erwartet und auch bei weitem nicht so hoch, die damals der Sturm Kyrill trotdem müssen die Versicherer auch diemal wieder tief in die Tasche greifen.
    Schlimm sah es auch bei unseren Nachbarn in Ästerreich

Ulrike