Vier Versicherungen, die jeder Bauherr haben sollte

Die Zinsen sind auf einem historisch niedrigen Stand und das macht für viele Deutsche den Bau eines eigenen Hauses so attraktiv. Bevor jedoch der erste Stein für das neue Haus gelegt ist, muss der Bauherr über den richtigen Versicherungsschutz nachdenken. Ohne den nötigen Schutz bleibt der Bauherr bei einem Schadensfall auf den gesamten Kosten sitzen. Je nachdem, wie groß der Schaden ist, kann das den Bauherren schnell finanziell komplett ruinieren. Aber welche Versicherungen sind wichtig?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung

Jeder Bauherr ist für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich. Das ist auch dann der Fall, wenn ein Bauunternehmen das Haus baut. Grundsätzlich muss der Bauherr für die Schäden haften, die im Zusammenhang mit seinem Hausbau stehen und Risiken gibt es nicht eben wenige. So kann zum Beispiel ein Gerüst umstürzen und dabei das Haus des Nachbarn oder dessen Auto beschädigen. Kinder, die auf der Baustelle sind, könnten in die Baugrube fallen und wenn Ziegel vom Dach fallen und Passanten verletzen, dann wird es teuer. Um sich vor diesen Schäden zu schützen, gibt es die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die der Bauherr schon vor dem ersten Spatenstich abschließen sollte. Der Versicherungsschutz gilt, bis das Haus abgenommen ist, die Kosten richten sich immer nach der Bausumme.

Die Versicherung für den Rohbau

Während der Bauphase kann viel passieren. Schlägt der Blitz ein oder kommt es zu einem Feuer, dann macht das die Arbeit von Wochen in nur wenigen Minuten zunichte. Kommt es zu diesen Schäden, dann ist die Feuer- Rohbauversicherung gefragt. Bei einigen Banken ist diese Versicherung Pflicht, wenn der Bauherr einen Kredit aufnimmt. Vielfach wird diese so wichtige Versicherung zusammen mit einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Bauherren, die Geld sparen möchten, sollten sich über diese kombinierte Versicherung informieren.

Die Bauleistungsversicherung

Es gibt kaum einen Hausbau, bei dem alles genau nach Plan verläuft. So ist kein Bauvorhaben vor Unwettern gefeit und wenn Hochwasser oder Sturm das halb fertige Haus beschädigen, dann wird es teuer. Auch Vandalismus und Diebstahl sind immer wieder böse Überraschungen, mit denen Bauherren rechnen müssen. Eine Bauleistungsversicherung kommt für Unwetterschäden und bei Vandalismus für die entstandenen Schäden auf. Die Versicherung zahlt auch, wenn durch Fahrlässigkeit der Bauarbeiter etwas zu Schaden kommt. Versichert sind alle Baustoffe, alle Bauteile, die für den Roh-, den Aus- und den Umbau benötigt werden. Auch hier gilt der Schutz der Versicherung für die gesamte Bauzeit. Allerdings gibt es Versicherer, die den Schutz nur für einen bestimmten Zeitraum von zwölf oder 24 Monaten anbieten, zudem wird in der Regel ein Selbstbehalt vereinbart.

Die Unfallversicherung für Bauhelfer

Ein Haus zu bauen, ist eine teure Angelegenheit. Die meisten Bauherren setzen daher auf die eigene Leistung oder auf die Hilfe von Freunden und Bekannten. Stürzt beispielsweise einer der Helfer von der Leiter und verletzt sich bei den Arbeiten, dann können die Folgen solcher Unfälle gravierend sein. Daher ist auch hier ein umfassender Schutz unverzichtbar. Nachbarn, Freude, Kollegen oder Verwandte werden durch die Bauhelferversicherung optimal abgesichert. Diese Versicherung schützt unabhängig davon, ob der Bauherr seine Helfer bezahlt oder nicht. Jeder Bauherr ist dazu verpflichtet, seine Helfer bei der Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft, kurz BG Bau, anzumelden. Je nach Größe und Umfang der Arbeiten, fallen auch Beiträge für die Berufsgenossenschaft an. Vergisst der Bauherr die Anmeldung, dann sind die Helfer durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, dem Bauherren droht dann allerdings ein Bußgeld. Der Schutz durch die Bauhelferversicherung gilt nicht für den Bauherren selbst und den Ehepartner, denn sie sind vor dem Gesetz Unternehmer. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich auf freiwilliger Basis bei der BG Bau zu versichern oder für sich eine private Bauhelferversicherung abzuschließen. Bauherren, die viele Helfer haben, sollten die Bauhelferversicherung auf jeden Fall für alle abschließen.

Bild: @ depositphotos.com / ginasanders

Das könnte sie auch interessieren:

    Haftpflichtversicherung beim Bauen
    Der Bund der Versicherten weißt darauf hin, dass eine Haftpflichtversicherung für Bauherren unumgänglich ist. Wer einen Hausbau plant sollte noch vor Baubeginn eine Haftpflichtversicherung abschließen, um bei eventuellen Schäden abgesichert zu sein.
    Der Bauherr haftet grundsätzlich für seine Baustelle. Wenn also Beispielsweise ein Besucher auf der Baustelle in eine unbeleuchtete Baugrube fällt, so haftet dafür

    Bauherren-Haftpflichtversicherung auch im Winter!
    Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass Bauherren auch im Winter, wenn der Bau wegen Schnee, Eis und Kälte ruht, an ihre Bauherren-Haftpflichtversicherung denken sollen. Das gilt auch für unbebaute Grundstücke. Jeder Bauherr trägt ab dem Grundstückskauf für die Sicherheit auf seiner Baustelle die Verantwortung, deshalb sollte schon vor Baubeginn eine Haftpflichtversicherung

    Wichtige Versicherungen für Häuslebauer
    Die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein in Berlin weist darauf hin, dass Häuslebauer nicht vergessen dürfen, ihren Hausbau durch notwendige Versicherungen abzusichern.
    Ein Muss für alle Bauherren sei die Bauherrenhaftpflichtversicherung, mit der man sich gegen Schäden versicherte, die andere Personen auf der Baustelle erleiden. Wer viele der Arbeiten in Eigenregie

    Experten raten Bauherren zur Bürgschaft statt zur Versicherung
    Oft sollen Bauherren der Bank, die ihren Immobilienbau finanziert, Sicherheiten vorlegen. Manche Baufirmen bieten ihren Kunden dazu Baufertigungs- und Baugewährleistungsversicherungen an. Von solchen Policen hält Baufachanwältin Sabina Böhme von der ARGE Baurecht im Deutschen Anwaltverein allerdings wenig und sie warnt auch Bauherren davor, sich von diesen Versicherungen zu viel zu versprechen. Die Versicherung greift nämlich

    Stiftung Warentest gibt Tipps zu Bauversicherungen
    Die Stiftung Warentest hat sich den Versicherungsschutz für Bauherren einmal genauer angesehen und dabei festgestellt, dass es enorme Preisunterschiede bei den Bauherrenhaftpflicht- und Bauleistungsversicherungen gibt. Erstere ist für Bauherren unverzichtbar, betont die Stiftung Warentest und die günstigste Versicherung im Test gibt es derzeit bei der HUK-Coburg, die für den Preis von 98 Euro umfassende Leistungen

Ulrike