Reiseversicherung: Bei der Wahrheit bleiben

Wer als Versicherter bei seiner Reisekrankenversicherung falsche Rechnungen einreicht, verliert seinen Versicherungsschutz. Im aktuellen Fall ist ein Versicherter bei seinem Nigeria-Urlaub an Malaria erkrankt und er wurde vor Ort behandelt. Die Kosten dafür wollte er bei seiner Reiseversicherung geltend machen. Die Versicherung wurde misstrauisch und erkundigte sich bei der Botschaft in Lagos.

Es stellte sich heraus, dass nicht alle der Belege von einem Krankenhaus oder einer Apotheke ausgestellt wurde, sondern den Namen eines Arzneimittelhandels trugen. Der Inhaber des Arzneimittelhandels wiederum versicherte, dass diese Rechnungen nicht von ihm ausgestellt wurden.

Daraufhin verweigerte die Versicherung die Zahlung und der Versicherte zog vor Gericht. Die Richter aus München gaben der Versicherung recht. (AZ: 262 C 14671/05) Alleine die Vorlage einer einzigen falschen Rechnung stellt eine Obliegenheitsverletzung dar, ob die anderen Rechnungen dann ordnungsgemäß waren, spielt in diesem Fall keine Rolle mehr.

Das könnte sie auch interessieren:

    Hausratversicherung muss bei falscher Rechnung nicht zahlen
    Nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Karlsruhe muss die Hausratversicherung nicht für den Schaden aufkommen, wenn der Versicherte für sein gestohlenes Fahrrad keine richtige Rechnung vorlegt (Az.: 12 U 86/10). Darauf weist die Deutsche Anwaltauskunft hin.
    Im konkreten Fall ging es um den Diebstahl eines Fahrrads, das sein Besitzer aus verschiedenen Einzelteilen selbst zusammengebaut hatte. Als sein

    Versicherungsverlust bei falschen Angaben zur Schadenshöhe
    Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle können vorsätzlich falsche Angaben zur Schadenshöhe den Versicherungsschutz kosten (Az.: 8 U 86/09).
    Im konkreten Fall ging es um einen Hauseigentümer, der nach einem Wasserschaden bei seiner Versicherung Rechnungen für Sanierungsmaßnahmen eingereicht hatte. Die Versicherung bemerkte, dass es sich hierbei auch um Sanierungen handelte, die gar nicht auf den

    Unfallversicherung bei alkoholbedingtem Verkehrsunfall
    Die Aspect Online AG weist darauf hin, dass eine private Unfallversicherung nicht zwangsläufig auch bei alkoholbedingten Unfällen zahlt, sondern dass sich dies je nach Vertragsbedingungen unterscheidet. So urteilte z.B. das Oberlandesgericht Saarbrücken zugunsten einer Versicherung, die die Zahlung verweigerte (Az.: 5 U 249/08-29). Im konkreten Fall ging es um einen Versicherungsvertrag mit Alkoholklausel. Diese Klausel

    Privatinsolvenz muss bei Versicherungsschaden gemeldet werden
    Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat Anfang des Jahres entschieden, dass Versicherte bei einem Versicherungsschaden nicht verschweigen dürfen, dass sie sich in Privatinsolvenz befinden. Ansonsten droht ihnen der Verlust des Versicherungsschutzes (Az.: 3 U 68/09).
    Im konkreten Fall hatte ein Versicherter seiner Hausratversicherung einen Brandschaden gemeldet, ohne anzugeben, dass er sich in Privatinsolvenz befindet. Die

    Falsche Schadensbelege kosten Versicherungsschutz
    Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 3. August 2010 muss eine Hausratversicherung nicht zahlen, wenn der Versicherte ihr falsche Schadensbelege vorlegt (Az.: 12 U 86/10).
    Im konkreten Fall wollte ein Mann von seiner Hausratversicherung Leistungen in Anspruch nehmen, weil sein Fahrrad gestohlen worden war. Die Versicherung verweigerte jedoch die Zahlung mit der Begründung, dass der