Die Versicherungen arbeiten den Sommer auf

Für die meisten Deutschen hat sich der Sommer 2017 als ein totaler Reinfall erwiesen. Starkregen und vollgelaufene Keller, Sturmschäden und Blitzeinschläge haben die schönste aller Jahreszeiten zu oft begleitet. Aber nicht nur die Bürger sind in diesem Jahr sauer auf den Sommer, auch die Versicherungen ziehen eine eher ernüchternde Bilanz. Vor allem für die Versicherungen, die für die Landwirtschaft zuständig sind, fällt das Ergebnis in diesem Sommer verheerend aus.

Keinen flächendeckenden Schäden

Nicht überall hat sich der Sommer 2017 als Flop entpuppt. Die Menschen im Harz haben jede Menge Regen abbekommen, im Süden der Republik gab es aber reichlich Sonne. Das ungleiche Verhältnis hat verhindert, dass der Sommer nicht zu einem schadensträchtigen Rekord-Sommer wurde. „Rasmund“ und „Paul“ hießen die beiden Tiefdruckgebiete, die die Versicherer alleine 600 Millionen Euro gekostet haben. Vor allem der Starkregen sorgte für deutliche Schäden, aber eben nur lokal begrenzt, nicht jeder in Deutschland musste darunter leiden.

Nicht außergewöhnlich

Extreme Regenfälle sind im Sommer keine Seltenheit, sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, GDV. Allerdings sehen das die Landwirtschaftsversicherer etwas anders, denn in den Annalen dieser Versicherer ist 2017 ein sogenanntes Überschadenjahr gewesen. Alleine die Vereinigte Hagel hat bis zum 21. September über 21.000 Schadensmeldungen gezählt. Insgesamt gibt es 103.000 Hektar beschädigte Feldstücke sowie 419.000 Hektar sonstige beschädigte Flächen. Die Summe der Schäden beziffern die Landwirtschaftsversicherer mit 814 Millionen Euro. Besonders der 22. Juni 2017 gilt als schwarzer Tag, denn es kamen 100.000 Hektar komplett zu Schaden.

Nicht nur der Sommer war schlecht

Es war nicht nur der Sommer, der die Versicherer viel Geld kostete, das Dilemma begann schon im Frühjahr mit dem späten strengen Frost Ende April. Das schlechte Wetter zog sich dann durch die komplette Vegetationsperiode, denn zwischen April und September gab es immer wieder Starkregen und Sturm. Insgesamt haben die Versicherer 160 Schadenstage gezählt und dabei entstand ein Gesamtschaden von 116 Millionen Euro nur für das Inlandsgeschäft. Angesichts der enormen Schäden wird der Ruf nach Maßnahmen laut. Wenn zum Beispiel beim Hochwasserschutz nichts geschieht, dann müssen die Deutschen in den kommenden Jahren mit sehr hohen Schadenskosten rechnen. Aktuell liegen diese Schadenskosten bei 500 Millionen Euro, ohne die entsprechenden Maßnahmen ist es aber durchaus möglich, dass die Schadenssumme in wenigen Jahren viermal so hoch ist.

Bild: @ depositphotos.com / vicnt2815

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Ulrike