Hat die Gesundheitskarte noch eine Zukunft?

15 Jahre Entwicklungszeit und Entwicklungskosten von einer Milliarde Euro – das sind die Fakten zur Gesundheitskarte. Aber auch nach 15 Jahren ist die Elektronische Gesundheitskarte (eGK) noch immer nicht reif. Bis heute ist die Karte nicht viel mehr als eine erweiterte Versichertenkarte, die genauso aussieht wie die herkömmliche Karte, nur ist sie jetzt mit einem Lichtbild ausgestattet.

Das Geld wurde vergeudet

Mehr als eine Milliarde Euro haben die Steuer- und Beitragszahler bisher ausgegeben und in ein Projekt investiert, das offenbar zum scheitern verurteilt ist. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob die Plastikkarte, die in jede Brieftasche passt, überhaupt noch zeitgemäß ist. Ist es nicht sinnvoller, das Projekt scheitern zu lassen, oder lohnt es sich, die Gesundheitskarte noch zu retten? Es gibt eine Menge Probleme rund um die Gesundheitskarte und eines dieser Probleme ist im Paragrafen 291 des Sozialgesetzbuchs V zu finden.

Warum klappt es mit der Gesundheitskarte nicht?

Der Paragraf 291 des Sozialgesetzbuches V umfasst 30 Seiten. Auf diesen 30 Seiten offenbart sich die ganze Komplexität der „Elektronischen Gesundheitskarte als Versicherungsnachweis“. Um die eGK wirklich voran zu bringen, müsste der komplizierte Paragraf schrumpfen, was den Entwicklern der Karte dabei hilft, das Projekt voranzutreiben. Leider gibt es bundeseinheitlich keine Vorgaben für den Datenschutz. Das stellt unter anderem die großen Krankenhausketten, die auch länderübergreifend arbeiten, vor große Probleme und Herausforderungen. Die Infrastruktur ist zu unterschiedlich, nicht miteinander verknüpft und jedes Bundesland hat sein eigenes System, was gemeinsame Lösungen sehr schwer macht.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wer soll die Elektronische Gesundheitskarte weiter entwickeln? Bisher ist die Gesellschaft der Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, kurz gematik, dafür zuständig. Aber es gibt sehr viele kritische Stimmen, die bezweifeln, ob die gematik die richtige Organisation ist. Die 15 Jahre, die mittlerweile ins Land gegangen sind und die enormen Kosten von mehr als einer Milliarde Euro sprechen gegen eine weitere Zusammenarbeit. Auch aus politischer Sicht stellt sich die Frage, ob eine Selbstverwaltung im Gesundheitswesen überhaupt für die Digitalisierung geeignet ist. Ist es vielleicht besser, mehr in nationale oder in internationale Standards zu investieren? Fest steht, dass eine langfristige Strategie nur dann funktionieren kann, wenn es keine Parallelsysteme mehr gibt. Es muss vielmehr eine Art Datenautobahn geben, aber das setzt eine funktionierende Digitalisierung voraus und daran scheint es zu hapern.

Bild: @ depositphotos.com / perig76

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Ulrike