Wann gilt das Sonderkündigungsrecht bei Versicherungen?

Die meisten Menschen haben irgendwann mal eine Versicherung abgeschlossen und sie dann einfach vergessen. Nur selten stellt sich die Frage nach einem Wechsel, aber wenn eine besondere Situation eintritt, dann wird oft schnell klar, dass es mit dem gewünschten Wechsel nicht so funktioniert, wie es man es möchte. In einigen Fällen können die Versicherten von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, aber dabei gibt es einiges zu beachten.

Wann ist ein Versicherungswechsel sinnvoll?

In jedem Vertrag gibt es eine festgelegte Kündigungsklausel, an die sich beide Seite zu halten haben. Wenn aber die Versicherten einen Wechsel möchten, dann ist nicht selten die Kündigungsfrist bereits verstrichen und das heißt, man muss sich länger als gewünscht an eine Versicherung binden. Viele kündigen ihre Verträge, wenn die Beiträge erhöht werden oder sich der Familienstand ändert. Auch der Umzug in eine neue Wohnung oder der Bezug eines eigenen Hauses ist für viele ein Grund, sich nach einer neuen Versicherung mit anderen oder besseren Konditionen umzuschauen. Wer nicht zähneknirschend bei seiner Versicherung bleiben möchte, wenn die Kündigungsfrist abgelaufen ist, der sollte sich den Vertrag genau ansehen, ob es nicht ein Sonderkündigungsrecht gibt.

Welche Bedingungen müssen erfüllt werden?

Unabhängig von der jeweiligen Versicherung gibt es mehrere Bedingungen, von denen mindestens eine Bedingung erfüllt werden muss, um das Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen zu können. Zu diesen Bedingungen gehören beispielsweise der Tod des Versicherungsnehmers, eine sehr schwere Krankheit, ein Unfall oder eine fehlende, im Vertrag zugesicherte Leistung, die gar nicht oder nur teilweise eingehalten wird. Das Recht auf eine Kündigung ohne Einhaltung der Frist besteht auch, wenn Leistungen reduziert werden. Wird der Versicherungsvertrag einseitig geändert und das ohne die Zustimmung des Versicherten, dann besteht ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht.

Wann kann eine Versicherung außerordentlich gekündigt werden?

Wenn eine der genannten Bedingungen erfüllt wird, dann ist es möglich, eine Versicherung mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen. Das Gleiche gilt auch für die Kfz-Versicherung, wenn zum Beispiel ein neues Auto gekauft wurde, es zu einem Schadensfall gekommen ist und die Versicherung aus diesem Grund die Beiträge erhöht. Das Sonderkündigungsrecht mit der Frist von vier Wochen gilt bei der Kfz-Versicherung auch, wenn die Beiträge zwar erhöht, aber die Leistungen nicht entsprechend angepasst werden.

Bild: © Depositphotos.com / bacho123456

Das könnte sie auch interessieren:

    Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeitrag
    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Versicherte, deren Krankenversicherung einen Zusatzbeitrag erhebt, ein Sonderkündigungsrecht besitzen. Alle gesetzlichen Krankenkassen müssen ab dem 1. Juli 2009 einen einheitlichen Beitragssatz von 14,9% erheben, dürfen jedoch einen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit dem Geld, das sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten, nicht auskommen. Dieser Zusatzbeitrag darf bis zu 1%

    Sonderkündigungsrecht Kfz-Versicherung
    Auch nach Ablauf der Kündigungsfrist am 30. November kann die Kfz-Versicherung im Rahmen des Sonderkündigungsrechts gewechselt werden. Dieses gilt immer nach Beitragserhöhungen, Schadensfällen und Fahrzeugwechseln.
    Wenn die Versicherung die Beiträge erhöht, können Versicherte in den vier Wochen nach Erhalt der entsprechenden Mitteilung von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den Anbieter wechseln. Das gilt für alle Beitragserhöhungen,

    Gesundheitsfonds 2009: Neue Regelungen bei Kündigung
    Mit dem Jahr 2009 kommt der neue Gesundheitsfonds und bringt ein neues Sonderkündigungsrecht mit sich. In dem Fall, dass eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht.
    Krankenkassen müssen ihre Versicherungsnehmer eine Monat vor Ablauf des Jahres ankündigen, dass ein Extrabeitrag erhoben wird. In diesem Fall haben Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht. Laut Gesetz können Versicherungsnehmer bis

    Sonderkündigungsrecht in der GKV
    Einem Urteil des Hessischen Landessozialgerichts zufolge hat ein gesetzlich Krankenversicherter ein Sonderkündigungsrecht, wenn mit Beginn seiner Mitgliedschaft der Beitragssatz erhöht wird (Az.: L 1 KR 219/06).
    Im konkreten Fall hatte eine 55-jährige Frau aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zum 1. April 2004 die gesetzliche Krankenkasse gewechselt. Die Betriebskrankenkasse, deren neues Mitglied sie war, hob ebenfalls zum 1.

    Sonderkündigung in der Kfz-Versicherung
    Wer die Wechselfrist in der Kfz-Versicherung verpasst hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen über eine Sonderkündigung seine Kfz Versicherung kündigen und zu einem anderen Versicherer wechseln. In der Regel kann die Autoversicherung zum Ende des Jahres gekündigt werden. Die Kündigung muss dabei einen Monat vorher, also bis zum 30. November, eingegangen sein.
    Ein berechtigter Kündigungsgrund für

Ulrike