Mit welchen Patienten verdienen die Ärzte am meisten Geld?

Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass jeder Arzt ein Großverdiener ist, einen teuren Wagen fährt und in einer Villa zuhause ist. Eine weitverbreitete Ansicht ist auch, dass es die privat krankenversicherten Patienten sind, die das Geld in Hülle und Fülle in die Kassen spülen, während das, was der Arzt mit dem Kassenpatienten verdient, nur eine Art Taschengeld ist. Dabei wissen die meisten nicht einmal, wie viel ein niedergelassener Arzt im Einzelnen verdient und wer in der Hauptsache für sein Einkommen sorgt.

Ein guter Verdienst

Ein Arzt, der sich mit einer eigenen Praxis niedergelassen hat, verdient nicht allzu schlecht und zu 70 % sind es die gesetzlich krankenversicherten Patienten, von denen die Einnahmen stammen. Nur 26 % der Einnahmen stammen von Privatversicherten und drei Prozent verdient der Arzt mit sonstigen ärztlichen Tätigkeiten. Im Schnitt verdient ein Arzt mit eigener Praxis 507.000 Euro im Jahr, aber die Hälfte aller Praxen bringen weniger als 373.000 Euro pro Jahr ein. Die halbe Million hört sich sehr hoch an, aber den 507.000 Euro stehen durchschnittlich 250.000 an Aufwendungen wie Personal- und Sachkosten gegenüber. Unterm Strich bleiben da nur 258.000 übrig. In diesem Betrag sind jedoch die Steuern und die Sozialabgaben sowie eventuelle Kreditraten für die Praxis noch nicht berücksichtigt worden.

Wer verdient besonders gut?

Fachärzte verdienen in der Regel deutlich mehr als niedergelassene Hausärzte, aber unter den vielen verschiedenen Fachrichtungen gibt es große Unterschiede. Die großen Gewinner sind die Radiologen, die im Schnitt 850.000 Euro im Jahr verdienen. Augenärzte bringen es auf 370.000 Euro und Orthopäden verdienen durchschnittlich 310.000 Euro. Ganz unten auf der Gehaltsleiter stehen die Psychiater, die Psychotherapeuten und die Neurologen, die mit 180.000 Euro zufrieden sein müssen. Ein Allgemeinmediziner mit einer Praxis in guter Lage, der über eine große Patientenkartei verfügt, verdient in der Regel 227.000 Euro pro Jahr. Aber selbst wenn die Radiologen die Spitzenverdiener sind, sie haben auch die höchsten Ausgaben, denn die Ausstattung der Praxis kostet sehr viel Geld und auch das Fachpersonal, wie zum Beispiel eine Röntgenassistentin, ist nicht eben günstig.

Der GKV-Spitzenverband kann nicht verstehen, dass viele Ärzte immer noch jammern, sie würden zu wenig Geld verdienen. Es sei schwer, nachzuvollziehen, dass sich vor allem die Fachärzte beklagen, denn sie haben ein sehr hohes Verdienstniveau.

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