Barfuß am Steuer – das kann teuer werden

Wenn die Temperaturen steigen, dann wird nicht nur die Garderobe dem warmen Wetter angepasst, auch das Schuhwerk sollte möglichst luftig sein. Viele setzen sich dann auch aus Bequemlichkeit mit offenen Sandalen, Flip-Flops oder sogar barfuß hinter das Steuer ihres Autos. Das ist zwar gesetzlich nicht verboten, aber es kann im Straßenverkehr gefährlich werden und manche Versicherung sieht die lässige Fußbekleidung gar nicht gerne.

Probleme mit der Versicherung

Die Straßenverkehrsordnung macht keine Einschränkungen, was das Schuhwerk beim Autofahren angeht, Probleme kann hingegen die Versicherung machen. Wer barfuß oder mit luftigen Flip-Flops in die Pedale tritt, der kann bei einem Unfall mit Schadensersatzklage seiner Versicherung rechnen. Wenn das Schuhwerk oder die nackten Füße den Unfallhergang beeinflusst haben, dann kann es passieren, dass die Vollkaskoversicherung ihre Leistungen empfindlich kürzt, allerdings zahlt die Haftpflichtversicherung auf jeden Fall, wenn Dritte bei einem Unfall zu Schaden kommen, unabhängig davon, was der Fahrer gerade an den Füßen getragen hat.

Der Reaktion wird beeinflusst

Flip-Flops und nackte Füße beim Autofahren stellen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar, denn sie können das Reaktionsvermögen beeinflussen. So kann man mit den leichten Zehentrennern schneller von der Pedale rutschen, als das mit festen Schuhen der Fall ist. Bei Sandalen besteht das Risiko, dass sich die Riemchen in der Pedale verfangen und mit nackten Füßen kann auf die Pedale nicht so hoher Druck ausgeübt werden, wie das bei normalen Schnürschuhen der Fall ist. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt, der das Autofahren ohne Schuhe gefährlich macht. Wenn das Auto bei einem Notfall schnell verlassen werden muss, dann bleibt keine Zeit mehr, um die Schuhe anzuziehen. Wer also selbst zu einem Unfallopfer wird, der kann gefährliche Verletzungen an den Füßen erleiden, die mit dem richtigen Schuhwerk nicht passiert wären.

Das sagt die Statistik

Wenn Versicherungen nach einem Unfall die Leistungen kürzen, weil die Schuhe eine Mitschuld tragen, dann berufen sie sich gerne auf vorhandene Statistiken. In rund 25 % dieser Unfälle hatten sich die Flip-Flops oder die Sandalen in der Fußmatte verhakt und es konnte nicht rechtzeitig gebremst werden. In 21 % aller Fälle sind die Fahrer vom Pedal abgerutscht und in 21 % der Unfälle kam es zu einem Schaden am Schuh, sodass der Fahrer abgelenkt war.

Bild: © Depositphotos.com / Zaikina

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Ulrike