Alno ist pleite – was bedeutet das für die Aktionäre?

Ein Sanierungsfall war Alno schon länger, aber jetzt kommt das endgültige Aus für den Küchenhersteller, denn Alno ist zahlungsunfähig. Zeitgleich mit dieser Meldung rauschte auch die Aktie in den Keller und verlor im frühen Handel an der Börse ein Drittel ihres Werts. Mittlerweile ist die Alno-Aktie nur noch 16 Cent wert, im Vergleich dazu wurde sie in guten Zeiten mit zehn Euro gehandelt. Für die Aktionäre bedeutet das, sie müssen schmerzliche Verluste hinnehmen.

Viel Verunsicherung

Bereits in den vergangenen Monaten waren die Anleihen von Alno dramatisch eingebrochen und fielen von 55 % im Mai auf jetzt nur noch 28 %. Alno hatte aber auch ohne diesen drastischen Einbruch der Anleihen immer wieder für neue Verunsicherung gesorgt. So sollte zum Beispiel Ende Juni der Konzern- und Jahresabschluss für das Jahr 2016 vorgestellt werden, aber der Küchenhersteller hatte den Termin gleich dreimal verschoben und den 14. August als neuen Termin genannt. Für Börsenexperten war das bereits ein erstes sehr ernstes Anzeichen, dass bei Alno nicht mehr viel geht.

Für die Aktionäre wird es schlimm

Bei vielen Insolvenzen wird es so gehandhabt, dass die Anleihegläubiger im Zuge einer Sanierung zumindest auf einen Teil ihres Kapitals verzichten müssen oder sich mit einer deutlich geringeren Verzinsung zufriedengeben. Für die Aktionäre kommt es in den meisten Fällen aber noch viel schlimmer. Um das Geld der Aktionäre zu sichern, müsste das Unternehmen so schnell wie möglich ein glaubwürdiges und auch schnell umsetzbares Konzept für eine Sanierung vorlegen. Das fordert die Schutzvereinigung SdK, auch deshalb, weil es in den vergangenen Jahren immer wieder Sanierungsversuche gegeben hat, die jedoch gescheitert sind. Die Aktionäre können sich wohl von ihrem Geld verabschieden, denn zu sanieren gibt es bei Alno nichts mehr.

Immer wieder Probleme

Alno ging 1995 an die Börse und wurde schnell zu einem echten Problemfall. Mit nur wenigen Ausnahmen gab es ausschließlich Verluste, alleine 2016 beliefen sich diese Verluste vor Steuern auf knapp 30 Millionen Euro bei einem Umsatz von 243 Millionen Euro. Um noch etwas zu retten, wurden Anfang des Jahres 350 von 2100 Arbeitsplätzen gestrichen und das Unternehmen hoffte darauf, so wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Das ist nicht gelungen, denn Alno und auch die Tochtergesellschaften wie die Pino Küchen GmbH sind pleite.

Bild: © Depositphotos.com / ridofranz

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