Welche Versicherung zahlt bei Vandalismus?

Die Ausschreitungen in Hamburg haben viele Anwohner wütend, aber auch ratlos zurückgelassen. Vor allem diejenigen, denen das Auto abgefackelt wurde, stehen jetzt vor der Frage: Welche Versicherung kommt für diesen enormen Schaden eigentlich auf? Bei diese Frage ist es immer wichtig zu wissen, ob es eine Voll- oder nur eine Teilkaskoversicherung gibt, denn auf die Haftpflichtversicherung sollten sich die geschädigten Autobesitzer nicht verlassen. Leider lassen sich bei Ausschreitungen dieser Art die Täter oder die Verursacher nur sehr schwer, meist aber gar nicht ermitteln.

Nicht selbst bezahlen

Wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat, der muss für die Reparatur seines Autos nicht aufkommen, wenn es sich noch reparieren lässt, aber indirekt kostet der Schaden den Autobesitzer trotzdem noch Geld. Dem Autobesitzer droht eine Reduzierung des Schadenfreiheitsrabatts, wenn die Vollkaskoversicherung die Regulierung des Schadens übernimmt und in der Folge steigen dann die Beiträge im kommenden Jahr. Die Teilkaskoversicherung kommt immer dann für die Schäden auf, wenn der Wagen durch Böller, daraus resultierende Feuer und durch zerstörte Autoscheiben beschädigt wurde. Die Vollkasko kommt hingegen auch für die Schäden auf, die durch Steinwürfe entstanden sind.

Die Sorgfaltspflicht

Die Versicherer gehen davon aus, dass die Autobesitzer die eigene Sorgfaltspflicht beachten. So darf der Wagen zum Beispiel nicht in unmittelbarer Nähe einer angemeldeten Demonstration stehen, vor allen Dingen dann nicht, wenn mit Ausschreitungen gerechnet werden muss, wie es aktuell in Hamburg der Fall war. Nichts bekommen die Autobesitzer, deren Wagen einen Blechschaden erlitten hat, weil vielleicht einer der Randalierer gegen das Auto getreten oder es mit Steinen beworfen hat. Auch Attacken mit einem Baseballschläger, bei denen die Motorhaube demoliert wurde, sind kein Fall für die Versicherung.

Ersetzt wird nur der Zeitwert

In vielen Fällen ist die Aussicht darauf, dass die Vollkaskoversicherung die Schäden übernimmt, nur ein schwacher Trost, denn bei einem Totalschaden wird immer nur der jeweilige Zeitwert des Autos ersetzt. Ist der Wagen jedoch noch durch einen Besuch in der Autowerkstatt zu retten, dann wird diese Reparatur komplett von der Versicherung bezahlt. Die Versicherungen werden aber mit allen Mitteln versuchen, zu tricksen, um nicht zahlen zu müssen. Werden die Ausschreitungen als innere Unruhen oder sogar als Kriegsereignisse gewertet, dann kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Von inneren Unruhen wird immer dann gesprochen, wenn sich große Menschenmassen zu organisierter Gewalt verabreden, wie das in Hamburg der Fall war.

Bild: © Depositphotos.com / fouroaks

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