Der großen Geldschwemme droht ein schnelles Ende

Zehn Billionen Dollar – das ist eine gigantische Summe und genau mit dieser Summe haben die internationalen Notenbanken in den letzten Jahren die weltweiten Märkte beruhigt. Aber jetzt gehen sie zurück und das treibt die Zinsen in gewaltige Höhen, für den kleinen Anleger und Sparer heißt das, es kommen unschöne Zeiten auf sie zu. Um den Euro zu retten, hat die Europäische Zentralbank ein riesiges Anleiheprogramm gestartet und dieses Programm könnte Deutschland mehrere Dutzend Milliarden Euro kosten, für die der Steuerzahler aufkommen muss.

Der unscheinbare Anleihenmarkt

Wenn an den Aktienmärkten die Kurse auf Talfahrt gehen, dann ist das eine Meldung in den Nachrichten wert, aber wenn am Markt für Anleihen ganz Ähnliches passiert, dann interessiert sich offenbar niemand dafür. Der Anleihenmarkt führt ein Schattendasein, denn er findet weitaus weniger Beachtung als der Dax und die Aktien. Das hat jetzt dramatische Folgen, denn in den vergangenen Jahren hat sich am Anleihenmarkt eine riesige Blase gebildet, verantwortlich dafür sind vor allem die Notenbanken. Leider zeigt diese Blase immer mehr Risse und sie sendet unmissverständliche Signale, dass sie kurz davor steht, zu platzen.

Gefährliche Signale aus den USA

Europa und die USA bewegen sich auf dem Anleihenmarkt in unterschiedliche Richtungen und die Signale, die aus Amerika kommen, können für Europa gefährlich werden. Wer in den USA sein Geld in Staatsanleihen angelegt hat, der kann sich freuen, denn die Rendite ist für die Anleihen mit zweijähriger Laufzeit auf den höchsten Stand seit acht Jahren gestiegen, und hat sich in nur einem Jahr mehr als verdoppelt. Alle, die dem amerikanischen Staat Geld geliehen haben, bekommen heute 1,4 % Zinsen. In Deutschland hingegen sind zwar die Zinsen auf dem Kapitalmarkt gestiegen, aber für Anleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit gibt es aktuell nicht mehr als 0,25 bis 0,45 % Zinsen.

Eine andere Richtung

Wie sehr die USA und Europa auseinanderdriften, zeigt auch die Haltung der Fed. Sie hat damit aufgehört, Geld ins System zu pumpen, und kauft keine Anleihen mehr am Markt auf. Der nächste Schritt wird wohl sein, dass man damit beginnt, die Bilanz langsam, aber sicher abzuschmelzen. Die US-Notenbank wird den Bestand an Wertpapieren, den sie in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, wieder abbauen und auslaufende Anleihen werden nicht mehr ersetzt. In der Folge wird es weniger Ankäufer für Anleihen geben und das wird letztendlich auch die Zinsen wieder nach oben bringen.

Bild: © Depositphotos.com / creisinger

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Ulrike