Toshiba droht die Pleite – für die Anleger wird es eng

Es sind nicht gut aus für den japanischen Technologiekonzern Toshiba. Das Unternehmen trudelt offenbar immer weiter Richtung Abgrund, denn die finanzielle Lage ist weitaus schlimmer, als bisher angenommen wurde. Wie ernst die Situation ist, zeigt auch, dass die Aktie des ehemaligen Weltkonzerns mittlerweile nicht mehr im japanischen Leitindex Nikkei zu finden ist.

Schlechte Nachrichten

Die schlechten Nachrichten reißen für Toshiba einfach nicht ab. Am vergangenen Freitag musste das Unternehmen einräumen, dass die Finanzlage dramatisch ist und die Vorstellung des Geschäftsberichts musste seit 2015 nun schon zum sechsten Mal in Folge verschoben werden. Toshiba hat eine Verschiebung bis zum 10. August beantragt, vorgestellt werden sollte der Bericht allerdings schon Ende Juni 2017. Angeblich hat das japanische Unternehmen einen Verlust von acht Milliarden Euro erlitten und die Aktie verlor an der Börse von Tokio am Freitag 4,44 % und rutschte damit auf 308 Yen ab.

Nur noch in der zweiten Reihe

Nach der jüngsten Talfahrt sah sich die Börse in Tokio dazu gezwungen, die Reißleine zu ziehen und die Aktie aus dem Leitindex Nikkei 225 herauszunehmen. Ab dem 1. August 2017 wird die Aktie praktisch aus der zweiten Reihe geführt und damit hat sich der Konzern wohl endgültig aus der Top-Liga der ganz großen japanischen Unternehmen verabschiedet. Toshiba gehörte einst zu den Vorzeigeunternehmen aus Japan, den sogenannten „Corporate Japan“ Konzernen und handelte weltweit vor allem mit Elektrogeräten. Die Schwierigkeiten für Toshiba begannen mit der Pleite des amerikanischen Atomunternehmens Westinghouse, aber auch Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen haben Toshiba in Schieflage gebracht.

Die Lage ist dramatisch

Nicht nur die desaströse Bilanz, auch die viel zu hohen Erwartungen haben die Lage für Toshiba jetzt dramatisch zugespitzt. Das negative Eigenkapital macht dem Unternehmen zusätzlich zu schaffen und treibt die Verschuldung auf eine Summe von 4,7 Milliarden Euro zum Ende des Geschäftsjahres. Um die finanzielle Not ein wenig zu lindern, wurde bereits das Tafelsilber in Form eines immer noch profitablen Geschäftsbereichs für Speicherchipkarten an den Finanzinvestor Bain verkauft, der den höchsten Preis geboten hat. Einer der Verlierer, der US-Konzern Western Digital, will sich mit der Niederlage aber nicht abfinden und will jetzt Toshiba aufgrund einer Verletzung der Joint-Venture-Verträge verklagen. Der Termin ist für den 14. Juli angesetzt, aber man ist offenbar bereit, miteinander zu reden, wie Toshiba jetzt verlauten ließ.

Bild: © Depositphotos.com / alexeynovikov

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