Ist die Riester-Rente gescheitert?

Die Bundesregierung sucht verzweifelt nach Möglichkeiten, um die stetig wachsenden Löcher in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stopfen. Riester ist eines der Zauberworte, aber es gibt ein großes Problem, denn in der Riester-Rente sind mittlerweile selbst riesige Löcher entstanden. Jeder fünfte der 16,5 Millionen Riester-Verträge ist heute ruhig gestellt, das heißt, es wird in diese Verträge nichts mehr eingezahlt. Eine genaue Zahl wollte das Bundesfinanzministerium nicht machen, aber für viele ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Riester-Rente wohl endgültig gescheitert ist.

Nur die Hälfte

Nur die knappe Hälfte derjenigen, die für die Riester-Rente infrage kommen und die förderungsberechtigt sind, haben auch einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Viele, die heute einen Vertrag haben, sind nicht mehr in der Lage, die Beiträge zu bezahlen, denn es sind vielfach Geringverdiener, die jeden Euro zum Leben brauchen. Diese Bilanz ist ein Dilemma, denn die Riester-Rente wurde als private Vorsorge für das Alter ins Leben gerufen und sollte vor allem denjenigen helfen, die wenig verdienen, um im Alter nicht auf Sozialleistungen angewiesen zu sein. Aber seit es die Riester-Rente gibt, werden auch immer wieder kritische Stimmen laut, die vor dieser Rente warnen.

Die Fallstricke der Riester-Rente

Es gibt einiges, was gegen die Riester-Rente spricht, zum Beispiel, dass die Rente nicht auf einmal ausgezahlt werden kann. Mit Beginn des Rentenalters bekommen die Rentner je nach Vertrag gerade einmal 30 % ihres angesparten Kapitals ausgezahlt, der Rest folgt dann in monatlichen Raten. Wer den Vertrag vorher kündigen will, der muss mit Verlusten rechnen, aber es gibt kaum eine Möglichkeit, früher an das gesparte Geld zu kommen. Wer seinen Vertrag bis Ende des Jahres 2011 abgeschlossen hat, der bekommt sein Geld erst mit dem vollendeten 60. Lebensjahr, für Verträge, die seit 2012 laufen, gilt das erst ab dem 62. Lebensjahr. Den Vertrag zu beleihen, wie das zum Beispiel bei einer Lebensversicherung der Fall ist, ist bei einem Riester-Vertrag nicht möglich. Das Geld steht erst bei zur Rente zur Verfügung und wer kündigen will, der macht in jedem Fall ein Verlustgeschäft.

Alle, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollen, sind bei Riester die Dummen, denn wenn der Wohnsitz außerhalb der EU sein sollte, dann hat der Staat das Recht, die komplette Riester-Förderung mit allen steuerlichen Vergünstigungen zurückzuverlangen.

Bild: © Depositphotos.com / stadtratte

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Ulrike