Urteil: Brand wegen TK-Pizza nicht fahrlässig

Eigentlich wollte der Student nur eine TK-Pizza im Backofen aufbacken, doch das Vorhaben endete schließlich in einem Brand, der einen Schaden in Höhe von 27.000 Euro auslöste. Der junge Mann stellte, nachdem er die Pizza in den Backofen geschoben hatte, den Timer auf seinem Handy an und schaltete dann aus Versehen das Ceranfeld des Herdes an. Noch bevor der Timer den Ablauf der Backzeit signalisierte, bemerkte der Student durch einen beißenden Geruch, dass das eingeschaltete Ceranfeld in Flammen stand.

Die Gebäudeversicherung forderte die Schadenssumme von dem Studenten zurück, da er den eingeschalteten Backofen unbeobachtet zurückließ – zu Unrecht, wie das Landgericht Magdeburg und das Oberlandesgericht urteilte. Die Gerichte sahen in dem Verhalten des jungen Mannes, der weder eingeschlafen war noch die Wohnung zwischenzeitlich verlassen hatte, keine grobe Fahrlässigkeit und keinen Vorsatz. Nur dann hätte er selbst für den Schaden aufkommen müssen.

Tatsächlich muss man jedoch nicht die ganze Zeit den Backofen beobachten, wenn man darin eine Pizza zubereitet, so die Richter. Ein Aufbacken im Ofen sei nicht so gefährlich wie ein kochender Topf auf dem Herd. Ungewöhnlich sei außerdem, dass ein Ceranfeld ohne Pfannen oder Töpfe einen Brand verursacht hat.

Das könnte sie auch interessieren:

    Kfz-Teilkasko haftet nur für Brandschäden
    Wenn ein Auto nach einem Unfall in Brand gerät, muss die Kfz-Teilkaskoversicherung nicht für den kompletten Schaden aufkommen.
    Dieses Urteil fällte das Oberlandesgericht Celle in einem aktuellen Fall, bei dem ein Autofahrer mit seinem teilkaskoversicherten Auto gegen mehrere Bäume gefahren ist und dann in einen Graben geschleudert wurde, worauf das Fahrzeug in Brand geriet. Der Versicherte

    Wer zahlt beim Brand in der Mietwohnung?
    Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe muss die Haftpflichtversicherung des Mieters für den Schaden aufkommen, der durch den Brand in seiner Mietwohnung entstanden ist – und zwar auch dann, wenn der Brand durch einfache Fahrlässigkeit entstanden ist (Az.: 12 U 126/07).
    Im konkreten Fall hatte ein Mieter auf dem Herd in seiner Wohnung Fett in einem

    Trotz Selbstzahlung ist Rückstufung in Kfz-Versicherung zulässig
    Wie das Landgericht Dortmund in einem aktuellen Urteil entschied, kann ein Autofahrer auch dann in der Schadensfreiheitsklasse seiner Versicherung zurückgestuft werden, wenn er nach einem Unfall den Schaden sebst bezahlt hat (Az.: 2 S 43/06).
    Im vorliegenden Fall klagte ein Autofahrer gegen seine Kfz-Haftpflichtversicherung, weil diese ihn nach einem Unfall in der Schadensfreiheitsklasse zurückstufte, obwohl er

    BGH sieht Fettbrand nicht zwangsläufig als grobe Fahrlässigkeit
    Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe ist es nicht zwangsläufig grob fahrlässig, wenn ein Versicherter einen Top mit erhitztem Fett nicht ununterbrochen beaufsichtigt und dann nicht erkennt, wenn dieser einen Brand auslöst (Az.: VI ZR 196/10). In manchen Fällen kann es sich auch um ein sogenanntes Augenblicksversagen handeln. Dann hat die Versicherung keinerlei

    Liebeskummer ist ein Fall für die Versicherung
    Liebeskummer kann sehr schmerzen und Menschen, die unter Liebeskummer leiden, tun manchmal unsinnige Dinge, die sie später bereuen. So auch eine junge Frau aus Bayern, die aus lauter Liebeskummer ein Glas zu viel getrunken hat, sich dann in ihren Wagen gesetzt und vor einen Baum gefahren ist. Körperlich hat sie diesen Unfall gut überstanden, aber