Bundesgesundheitminister fordert Öffnung der PKV für alle

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert eine Öffnung der privaten Krankenversicherung (PKV) für alle Bürger. Seine Vision ist es, dass alle Bürger die Möglichkeit haben sollen, sich frei zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der PKV zu entscheiden, erklärte er gegenüber der “Rhein-Zeitung”. Derzeit sind an die Mitgliedschaft in der PKV bestimmte Bedingungen geknüpft. So dürfen sich nur Personen privat krankenversichern, deren monatliches Bruttoeinkommen mehr als 4.350 Euro oder Jahres-Bruttoeinkommen mehr als 52.200 Euro beträgt. Diese Versicherungspflichtgrenze würde bei einer Öffnung der PKV für alle Bürger entfallen.

Auch im Wahlprogramm der FDP wird die freie Wahl der Krankenversicherung thematisiert, doch Bahrs Forderung stößt in der Koalition und in der Opposition auf massive Kritik. So befürchtet Johannes Singhammer (CSU), dass durch eine Öffnung der PKV “das Gleichgewicht von GKV und PKV in eine schwere Unordnung” gebracht würde, die “das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung” schwächen würde. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bezeichnete Bahr in diesem Zusammenhang als “obersten Cheflobbyisten der privaten Krankenversicherung”, der die Gefahr der Altersarmut vieler Privatversicherter in Kauf nehme. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, verschiedene Sozialverbände und die GKV lehnen den Vorschlag ab. GKV-Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer sieht in dem Vorstoß Bahrs den Versuch, “ein Hilfsprogramm für die private Krankenversicherung auf Kosten von Millionen von Beitragszahlern” zu etablieren.

Die PKV selbst begrüßt dagegen grundsätzlich das Konzept des Gesundheitsministers. Verbandssprecher Stefan Reker bezeichnete “mehr Wahlfreiheit für die Versicherten und mehr Transparenz bei den Gesundheitskosten” als “wichtige Ziele”, allerdings seien in dem Konzept “noch viele Detailfragen zu klären”.

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