Ansprüche aus Lebensversicherungen verjähren nicht

Die Stiftung Warentest weist in einer aktuellen Meldung darauf hin, dass Ansprüche aus beitragsfrei gestellten Lebens- und Rentenversicherungen, nicht nach drei Jahren verjähren. Vielmehr haben Kunden, die ihre Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung beitragsfrei gestellt haben, auch noch Jahre danach einen Anspruch auf eine höhere Versicherungssumme, wenn sie einen Stornoabzug zahlen mussten, der nicht eindeutig aus den Vertragsbedingungen hervorgeht. Gleiches gilt für Versicherungen, für die zu hohe Abschlusskosten gezahlt worden sind und die nicht gekündigt wurden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in mehreren Urteilen bestätigt.

Dass es sich lohnt, gegen anderslautende Informationen von Versicherungen vorzugehen, zeigt ein Beispiel eines Finanztest-Lesers, der sich an die Stiftung Warentest gewendet hat. Seine Forderung nach einer Erhöhung der Versicherungssumme bei der Swisslife für seine beiden Verträge, die im Jahr 2002 beitragsfrei gestellt wurden, wurde von der Versicherung abgelehnt. Die Versicherung erklärte, es gebe keine Notwendigkeit für eine Neuberechnung des Vertrages, da mögliche Ansprüche inzwischen verjährt seien.

Der betroffene Kunde beschwerte sich daraufhin beim Versicherungsombudsmann – mit Erfolg: Die Swisslife bezeichnete ihren früheren Einwand als Versehen und “selbstverständlich unbegründet”. Die Stornoabzüge in Höhe von 2.848 Euro seien unberechtigt und würden den Verträgen gutgeschrieben. Alle anderen betroffenen Kunden können ebenfalls mit höheren Leistungen rechnen, über die sie in der nächsten Standmitteilung des Unternehmens informiert werden, so Swisslife.

Das könnte sie auch interessieren:

    Grundsatz-Urteil: Allianz Lebensversicherung muss Millionen zurückzahlen
    Nachdem ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart nun für rechtskräftig erklärt wurde, das Klauseln in den Verträgen der Allianz Lebensversicherung als unzulässig beurteilt hat, muss das Unternehmen kräftig zahlen. Damit steht gut 1 Million Kunden, die in den Jahren 2001-2007 ihre Kapitallebens- oder Rentenversicherung vorzeitig gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, ein höherer Rückkaufswert und die

    Ansprüche auf Nachzahlung bei Allianz Lebensversicherung melden!
    Erst im nächsten Jahr wird das Oberlandesgericht Stuttgart erneut über die Klauseln in den Verträgen der Allianz Lebensversicherung zum Rückkaufwert und einbehaltener Stornokosten entscheiden. Die betroffenen ehemaligen Kunden der Allianz, die sich eine Nachzahlung versprechen, müssen also noch warten. Allerdings sollten sie ihre Ansprüche schon jetzt melden. Darauf weist die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale

    Mehr Geld für gekündigte Lebensversicherungen
    Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Kunden, die in 2001 oder später eine Lebensversicherung abgeschlossen und vorzeitig gekündigt haben, auf mehr Geld hoffen können. Laut einem Urteil des Landgerichts Hamburg sind bestimmte Klauseln in den Geschäftsbedingungen von Lebensversicherungen unwirksam, nach denen die Kunden beim vorzeitigen Ausstieg aus der Police viel geld zahlen müssen. Betroffen

    Lebensversicherung: Nach Kündigung Geld zurück
    Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Kunden, die eine Lebensversicherung gekündigt haben, möglicherweise Geld zurückfordern können. Das Landgericht Stuttgart hat die Klauseln der Allianz Lebensversicherung, die Kündigung, Beitragsfreistellung und Stornoabzug betreffen, als intransparent bewertet (Az.: 20 O 87/10). Betroffen sind Verträge aus dem Zeitraum Herbst 2001 bis Ende 2007. Demnach muss die Allianz ihren

    Lebensversicherung: Geld zurück nach Kündigung
    Zahlreiche Kunden, die eine Lebensversicherung beitragsfrei gestellt oder gekündigt haben, können nun von ihrer Versicherung Geld zurückfordern. Grund sind die intransparenten Regel zum Stornoabzug, die bereits 2001 vom Bundesgerichtshof kritisiert wurden. Danach änderten die Versicherer zwar die entsprechenden Klauseln, aber nicht ausreichend, so lautet das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts.
    Betroffen waren die Klauseln zum Stornoabzug bei