Existenz von verschwundenem Testament muss nachgewiesen werden

Wenn sich ein Erbe bei seinen Ansprüchen auf ein Testament beruft, das nicht auffindbar ist, so muss er nachweisen, dass dieses Testament tatsächlich existiert. Dazu gehört nicht nur der Inhalt des Testaments, sondern auch die formgültige Aufsetzung des Schriftstücks. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin und verweist in diesem Zusammenhang auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2011 (Az.: 3 WX 44/10).

Im genannten Fall des OLG ging es um eine Paar, bei dem der Mann zwei Söhne aus früherer Ehe hatte. Als der Mann starb beantragte seine Lebensgefährtin, die Alleinerbin zu sein, weil der Verstorbene sie durch eine letzwillige Verfügung zu seiner alleinigen Erbin bestimmt habe. Der Frau zufolge habe der Mann ein entsprechendes Testament selbst geschrieben und mit einem Notar darüber gesprochen. Allerdings lag dieses Testament nirgendwo vor. Als auch die beiden Söhne aus der früheren Ehe des Mannes einen Erbschein beantragten, wies das Amtsgericht den Antrag der Lebensgefährtin zurück. Diese legte darauf Beschwerde gegen die Entscheidung ein.

Das OLG gab der Frau Recht und erklärte, dass formgültige Aufsetzung und Inhalt eines verschwundenen Testaments nachgewiesen werden müssen. Die hierfür gültigen Anforderungen seien im vorliegenden Fall erfüllt, weil der Notar bestätigt hat, dass der Erblasser ihm das Testament vorgelegt und mit ihm darüber gesprochen hat.

Das könnte sie auch interessieren:

    Unfallversicherung muss Selbstverstümmelung beweisen
    Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein ist eine Unfallversicherung, die wegen des Verdachts auf Selbstverstümmelung die Leistung verweigert, dazu verpflichtet, dieses Verdacht durch Beweise zu erhärten (Az.: 16 U 134/10).
    Im konkreten Fall ging es um eine Frau, die für sich, ihren Lebensgefährten und ihren Sohn eine Unfallversicherung abgeschlossen hatte. Der Lebensgefährte schnitt sich nur wenige

    Bei sicherer Invalidität reicht zeitnahe Unfall-Anzeige
    Einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart zufolge reicht es aus, wenn ein bei einem Unfall schwer Verletzter, der in der Folge invalide sein wird, dieser den Unfall der Unfallversicherung zeitnah anzeigt (Az.: 7 U 174/08).
    Im konkreten Fall, von dem die “Ad-Hoc-News” berichten, hatte ein Mann im August 2005 einen Arbeitsunfall erlitten, bei dem er sich an

    Todesfall
    Die Sterbeurkunde ist für Hinterbliebene nach einem Todesfall das wichtigste Dokument. Für das Ausstellen der Sterbeurkunde ist das Standesamt zuständig, in dessen Bezirk sich der Sterbefall ereignet hat. Die Sterbeurkunde sollte nach Ausstellung umgehend allen Unternehmen und Kassen zur Verfügung gestellt werden, bei denen Versicherungen geschlossen sind.
    Bei Bankkonten ist es sehr hilfreich, wenn jemand

    Gewohnter Versicherungsschutz auch nach Scheidung
    Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hat ein unterhaltsberechtigter Partner nach einer Scheidung Anspruch auf den gewohnten Versicherungsschutz in der Krankenversicherung (Az.: 2 UF 6/09). Wenn der Betroffene durch die Scheidung nicht mehr gesetzlich krankenversichert sein kann, sondern in eine private Krankenversicherung wechseln muss, muss der unterhaltspflichtige Partner die daraus resultierenden Mehrkosten tragen.
    Im konkreten Fall

    Entfernung vom Unfallort kann Versicherungsschutz kosten
    Die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins in Berlin weisen darauf hin, dass Autofahrer bei einem Unfall immer das Eintreffen der Polizei abwarten müssen, ansonsten riskieren sie ihren Versicherungsschutz. Diese Weisung gilt immer, auch wenn der Fahrer seinen Wagen und seine Papiere am Unfallort hinterlässt und sich Zeugen zu erkennen gibt.
    Die Anwälte berufen sich hierbei auf