GKV: Versicherte schulden den Kassen 1,53 Mrd. Euro

Den neusten Zahlen des GKV-Spitzenverbands zufolge haben die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aktuell Beitragsrückstände von 1,53 Milliarden Euro. Diese stammen von rund 640.000 Versicherten, wobei es allerdings teilweise pro Versichertem mehrere Konten gibt. Ende 2011 belief sich der Fehlbetrag noch auf rund 1,2 Milliarden Euro, im Januar 2012 waren es schon 1,44 Milliarden Euro.

Bei den meisten der säumigen Zahlern handelt es sich um Versicherte, die nach Einführung der Versicherungspflicht 2007 in die GKV zurückgekehrt waren, doch diese Rückkehr war keineswegs gleichbedeutend mit einer Beitragszahlung, erklärt Verbandssprecherin Ann Marini. Alleine diese Versichertengruppe schuldet den Kassen 466 Millionen Euro. Daneben gibt es auch freiwillig versicherte Selbstständige, die ihre Beiträge nicht bezahlen, weil sie es schlicht nicht können.

Zusammen mit den Rückständen von 554 Millionen Euro in der privaten Krankenversicherung (PKV), die von rund 144.000 beitragssäumigen Versicherten stammen, belaufen sich die Rückstände in den Krankenversicherungen somit inzwischen auf über 2 Milliarden Euro.

Wer gesetzlich krankenversichert ist und seine Beiträge nicht bezahlt, wird von seiner Krankenkasse in der Regel mehrmals angeschrieben. Bleibt die Zahlung weiterhin aus, versuchen die Kassen das Geld über die Hauptzollämter (als Inkassostellen des Bundes) und anderer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen das Geld einzutreiben. Das ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Betroffenen überhaupt über Geld verfügen.

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