Große regionale Unterschiede bei Volkskrankheiten

Der aktuelle Barmer GEK Sammelband „Gesundheitswesen aktuell 2011“ macht deutlich, wie unterschiedlich die Volkskrankheiten wie Diabetes, Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland verteilt sind. Es zeigte sich, dass die Bevölkerung im Raum Halle, Schwerin und Leipzig besonders krankheitsanfällig ist, wohingegen die Menschen in Stuttgart, Kempten und Ulm besonders gesund sind. Betrachtet man alle 80 dokumentierten Krankheiten zusammen, belegen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die ersten fünf Plätze. Im mittleren Drittel der Krankheitslast liegen Rheinland-Pfalz, Hessen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern. Die niedrigste Krankheitslast tragen Schleswig-Holstein, das Saarland, Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg.

Es gibt jedoch auch Unterschiede in der Verteilung der einzelnen Erkrankungen, nicht bei allen Krankheiten führen die östlichen Regionen die Morbiditätsstatistik an. So sind die höchsten Krankheitslasten bei Depressionen beispielsweise in Bayern und den Stadtstaaten zu finden, während der Osten hier unterdurchschnittlich vertreten ist. Das liegt allerdings auch an der unterschiedlich höhen Dichte von Psychotherapeuten, denn je mehr Psychotherapeuten es gibt, desto häufiger wird auch die Diagnose Depression gestellt.

Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, sieht die regionale Aufschlüsselung der Krankheitsbelastung als hilfreich an, „um vor Ort die Ressourcen abzustimmen und Mängelsituationen vorzubeugen, wie zum Beispiel bei der Nachbesetzung von Arztsitzen“. Straub betont, dass sich das Ärzteangebot an den Krankheitslasten ausrichten müsse und nicht umgekehrt.