GKV prüft Schließung von bis zu 12.000 Arztpraxen

Medienberichten zufolge, soll ein Prognose-Gutachten, das vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Auftrag gegeben wurde, ergeben haben, dass es in Deutschland zu viele niedergelassene Mediziner und Psychotherapeuten gibt. Betroffen seien neben den Psychotherapeuten vor allem Fachärzte und hier hauptsächlich Internisten. Demnach sollen bis zu 12.000 solcher Sitze überflüssig sein. Daraus zieht der GKV-Verband die Schlussfolgerung, dass auf diese Arztsitze verzichtet werden kann.

Ärzte und Psychotherapeuten widersprechen dem Gutachten jedoch vehement. So betonte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler, dass es gerade in Ballungsgebieten wie Großstädten keine tatsächliche Überversorgung gebe, sondern diese nur auf dem Papier bestünde und den wirklichen Bedarf überhaupt nicht abbilde. So würde z.B. nicht berücksichtigt, dass die in Großstädten niedergelassenen Ärzte in der Regel auch Patienten aus angrenzenden Gebieten versorgen. Das Gutachten und die daraus von den Krankenkassen abgeleitete Forderung sei deshalb realitätsfern, so Köhler.

Auch die Bundespsychotherapeutenkammer warnte vor einer Kürzung der Psychotheraputensitze, durch die die ohnehin schon unzureichende Versorgung psychisch kranker Menschen „nochmals massiv verschlechtert“ werden würde. Laut einer aktuellen Studie müssen Patienten mit psychischen Problemen schon heute durchschnittlich sechs Monate auf eine Behandlung warten, schreibt die Ärzte-Zeitung.