Wären Beitragsentlastungen für Geringverdiener gerecht?

In die Rentenversicherung zahlt jeder Arbeitnehmer bis zur Einkommensbemessungsgrenze einen bestimmten Prozentsatz seines Gehaltes ein und erhält dafür später eine lebenslange Rente.

Der Sozialexperte Karl Lauterbach, seit der Wahl für sie SPD im Bundestag, stellte kürzlich eine Studie vor, derzufolge Bezieher von niedrigen Einkommen statistisch eine deutlich geringere Lebenserwartung haben und deshalb über einen kürzeren Zeitraum hinweg Rentenzahlungen erhalten. Das sei ungerecht, weil auf diese Weise von den Geringverdienern die längere Rentenbezugsdauer von Besserverdienen finanziert werde. Lauterbach wollte deshalb Beitragssenkungen für Menschen mit geringerem Einkommen erreichen.

Der ‚"Wirtschaftsweise" Bert Rürup hält nun dagegen. Er verweist darauf, dass es sich beim Rentensystem um eine Sozialversicherung handele. Deren Prinzip jedoch würde eine Berücksichtigung der ‚"schichtspezifischen Lebenserwartung" nicht zulassen. Schließlich bemesse sich die Höhe des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung auch nicht nach der ‚"Wahrscheinlichkeit der Entlassung".

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