Höhere Zusatzbeiträge als 8 Euro?

Der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem glaubt der „Welt“ zufolge, dass sich die gesetzlich Krankenversicherten bei einzelnen Kassen auf höhere Zusatzbeiträge einstellen müssen, als die von der Bundesregierung maximal erwarteten 8 Euro pro Monat. Dies sei unvermeidbar, so Wasem in Berlin. Grund: Von den 8 Euro kämen höchstens 6 Euro bei den Kassen an, der Rest würde die Verwaltungskosten decken müssen.

Aufgrund des erwarteten Defizits von rund 4 Milliarden Euro im nächsten Jahr warnten auch schon die Krankenkassen selbst vor der Notwendigkeit, flächendeckend Zusatzbeiträge erheben zu müssen. Laut der Bundesregierung übersteigen diese Zusatzbeiträge allerdings nicht 8 Euro monatlich. Fallen die Zusatzbeiträge höher aus, müssen die Kassen die Einkommen ihrer Versicherten überprüfen und höchstens 1% des Bruttoeinkommens jedes Mitglieds erheben.

Wasem geht davon aus, dass die Kassen sich derzeit nicht trauen, diese Art der Zusatzbeiträge anzukündigen, weil sie existenzbedrohende Abwanderungen fürchten. Doch die ersten Ankündigungen dieser Art würden im Januar oder Februar folgen, so seine Prognose. Manche Kassen könnten noch bis zum Herbst mit Zusatzbeiträgen warten, sie müssten nun klären, wie sie möglichst strategisch klug ihre Rücklagen aufbrauchen.