Viele Rentner-Steuererklärungen fehlerhaft

Medienberichten zufolge müssen bis zu drei Millionen Rentner in Deutschland mit Steuernachzahlungen rechnen. Wie der Vize-Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Manfred Lehmann, mitteilte, habe ein erster großer Test für den Datenabgleich zwischen Rentenversicherung und Finanzämtern in Nordrhein-Westfalen große Differenzen ergeben: Bis zu 40% der Steuererklärungen seien fehlerhaft, heißt es in der Online-Ausgabe der „Offenbach-Post“. Die betroffenen Rentner müssten nun – teilweise für mehrere Jahre – ihre eingereichten Steuererklärungen ändern oder nachreichen.

Allerdings geht es Lehmann zufolge in der Mehrheit der Fälle um kleine Beträge, doch auch die müssten nach geltendem Recht korrekt eingetrieben werden. Die Steuergewerkschaft fordert stattdessen eine Bagatellgrenze von 500 Euro Steuerschuld pro Jahr.

Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine erklärte gegenüber der Zeitung, dass durch die 2005 erfolgte Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung zu erwarten war, dass die „Anzahl der Rentner, die nach Abzug der diversen Pauschbeträge unterhalb des Grundfreibetrags bleibt, geringer werden dürfte“. Unklar ist, ob die fehlerhaften Angaben in den Steuererklärungen unwissentlich, versehentlich oder absichtlich gemacht worden sind. Zu dem Vorschlag der Bagatellgrenze teilte Nöll mit, dass bei der Einführung einer solchen „auch die „ehrlichen, kleinen Nachzahler“ der letzten Jahre davon profitieren“ müssten.