Bayern fordert Haftpflichtversicherungspflicht für Finanzberater

Am Mittwoch forderten Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Verbraucherministerin Beate Merk (beide CSU), dass Finanzberater zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtet werden sollen. Damit solle „im Zweifel schlecht beratenen Verbrauchern“ Ersatz geboten werden, erklärte Merk. Inkompetenze Finanzberater sollen somit über die Versicherung für Verluste ihrer Kunden in die Pflicht genommen werden.

Nach dem Treffen mit Verbraucherschützern in der Münchner Staatskanzlei forderten Seehofer und Merk zudem die gleichen Standards für Finanzberater wie sie schon für Versicherungsmakler vorliegen. Demnach soll der Begriff „Finanzberater“ zukünftig nicht mehr von jedem ohne Vorbedingungen benutzt werden dürfen. Derzeit kann jeder als Anlage- oder Finanzberater tätig sein, ohne eine Vorbildung oder Qualifikation nachweisen zu müssen. Merk kritisierte, dass es deshalb „immer noch zu viele unfähige und unseriöse Berater, die die schnelle Provision und nicht die individuellen Bedürfnisse der Anleger im Auge haben“ gebe, schreibt „Die Süddeutsche“.

Angesichts der Komplexität der Finanzmärkte und der mit Finanzprodukten verbundenen Risiken müsste es Merk zufolge strengere gesetzliche Vorgaben geben. Auch Seehofer schloss sich der Forderung an, unseriösen Beratern schnell das Handwerk zu legen.