Modellprojekt „Vernetzte Pflegeberatung“ in Sachsen-Anhalt

Seit Jahresbeginn gibt es in Magdeburg und im Harzkreis ein Modellprojekt zur Pflegeberatung, das bundesweit einmalig ist und von den Landesverbänden der Pflegekassen und den kommunalen Trägern gemeinsam durchgeführt wird. Es stellt eine kostengünstigere Alternative zu den von der Bundesregierung geforderten Pflegestützpunkten dar, durch die laut der Tageszeitung „Volksstimme“ fast 2 Millionen Euro eingespart werden könne.

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können sich in insgesamt 44 Beratungsstellen unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit kostenlos über alle wichtigen Aspekte rund um das Thema „Pflege“ informieren. Die Pflegeleistungen stehen im Mittelpunkt der Beratung, doch auch an Informationen über Pflegedienste oder Essen auf Rädern sind die Versicherten sehr interessiert, so Ulrich Senge, Gesundheitsdezernent des Harzkreises.

Ende April zogen die Pflegeversicherungen und die Kommunen eine erste Bilanz. AOK-Chef Uwe Deh zufolge wird das Angebot sehr gut angenommen, was auch Klaus Holst, Landeschef des Ersatzkassenverbandes bestätigte. Für Magdeburgs Sozialdezernent Hans-Werner Brüning ist eine solche enge Kooperation „zwischen den Pflegekassen mit ihrer Beratungskompetenz zur Pflegeversicherung und den Trägern der örtlichen Altenhilfe mit ihrer Beratungskompetenz zur Sozialhilfe“ unverzichtbar, deshalb begrüßte er den Schritt zur Zusammenarbeit.

Für eine umfassende Evaluation begleitet die Fachhochschule Magdeburg-Stendal das Projekt über einen Zeitraum von 6 Monaten und hat bereits 500 Befragungsbögen ausgewertet. Sollte das Modellprojekt erfolgreich sein und das Gesundheitsministerium zustimmen, ist mit insgesamt 180-200 Beratungsstellen eine Ausweitung auf ganz Sachsen-Anhalt geplant.