Garantieverlängerungen lohnen meistens nicht

Große Elektronik-Ketten locken Kunden mit Werbesprüchen wie „Die letzte Reparatur, die Sie zahlen müssen!“ um sie zum Abschluss von so genannten Garantie-Verlängerungen zu überreden. Bei diesen Versicherungen zahlen die Händler auch die Reparaturen, die nach der üblichen Garantiedauer anfallen und ansonsten vom Käufer selbst bezahlt werden müssen. Die Zeitschrift „CHIP Test & Kauf“ hat sich in ihrer neuen Ausgabe mit diesen Versicherungen beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Mehrkosten für eine Garantie-Verlängerung meistens nicht lohnen.

Untersucht wurden vier Angebote von Quelle, Saturn, Media-Markt und Euronics. Quelle bietet seinen Kunden eine reine Verlängerung der Garantiedauer bis zu vier Jahren an, bei Saturn und Media-Markt umfasst das Angebot noch eine Diebstahlversicherung und Schäden durch Unfälle oder Stöße und auch der Akku-Verschleiß ist abgesichert. Einen ähnlichen Leistungsumfang hat auch die Garantie-Verlängerung von Euronics, die auch für gebrauchte Geräte abgeschlossen werden kann.

Auch wenn die Angebote zunächst attraktiv erscheinen, doch Verbraucherschützer wie Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg steht diesen Versicherungen skeptisch gegenüber. Sie rät den Kunden, statt in eine solche Versicherung zu investieren, lieber selbst Rücklagen zu bilden, die dann für eine Reparatur oder aber einen Neukauf eingesetzt werden können. Angesichts des hohen Innovationsgrades in der Elektrobranche und den unzähligen Neuheiten, die jedes Jahr auf den Markt kommen, sei es fraglich, um der Kunde ein mehrere Jahre altes Gerät tatsächlich reparieren lassen möchte. Viele Kunden entscheiden sich eher für ein – in der Regel effizienteres – neues Gerät.

Dieser Einschätzung stimmt „CHIP Test & Kauf“ zu, das anhand verschiedener Beispielfälle ausrechnete, wie lohnenswert eine Garantie-Verlängerung bei den konkreten Beispielen tatsächlich wäre. Dabei wurde der Kauf eines LCD-Fernsehers im Wert von 2000 Euro zugrundegelegt. In fast allen Fällen war die Bildung eigener Rücklagen günstiger als der Abschluss einer Reparatur-Versicherung, einzige Ausnahme war ein vergleichsweise früher Totaldefekt des Gerätes.