Schwere Bestechungsvorwürfe gegen Krankenkassen

Am Donnerstag wies der Spitzenverband der Krankenversicherung schwere Bestechungsvorwürfe gegen die Kassen zurück. Medienberichten zufolge sollen Krankenkassen Ärzten Geld dafür geboten haben, dass sie falsche oder nachgebesserte Diagnosen stellen, die für die Kassen finanziell attraktiver sind.

Nach einer neuen Regelung erhalten Krankenkassen deutlich mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds für Patienten, die an mindestens einer von 80 genannten schweren Krankheiten leiden, die Diagnose des Arztes ist für die Vergabe des Geldes ausschlaggebend. Schon seit Wochen gibt es hierüber Manipulationsvorwürfe. Andreas Köhler, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung warf den Kassenvertretern nun ausdrücklich vor, dass sie Ärzte zu ködern versuchen, um korrigierte Diagnosen zu erhalten. Bis zu 10 Euro würden Krankenkassen demnach für „profitablere“ Diagnosen zahlen. Laut Köhler besteht dieses Problem bundesweit und nimmt stetig zu.

Einem Sprecher des Bundesversicherungsamts zufolge, das als Aufsichtsbehörde für den neuen Gesundheitsfonds fungiert, kennt man auch hier mehrere Fälle, in denen entsprechende Einwirkungen auf Ärzte durch Kassen erfolgt sind. In diesen Fällen ging es um eine Betriebskrankenkasse, eine Innungskrankenkasse sowie Allgemeine Ortskrankenkassen. Josef Hecken, Präsident des Bundesversicherungsamts, erklärte, dass jede nachträgliche Diagnoseänderung, die auf die Zahlung höherer Beträge zurückzuführen ist, rechtswidrig ist. Er betonte, dass er eine solche Praxis nicht dulden werde.