Deutsche sorgen sich um Gesundheitsversorgung

Der Gesundheitsfonds ist bei vielen Bürgern nicht gut angesehen, vielmehr befürchten viele von ihnen (darunter auch Ärzte) eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung, die mit dem Inkrafttreten des Gesundheitsfonds einhergeht. Laut einer Allensbach-Umfrage, die im Auftrag des Finanzberaters MLP im September und Oktober letzten Jahres durchgeführt wurde, steigt die Skepsis der Bürger bzgl. des deutschen Gesundheitssystems. Während vor 15 Jahren noch 82% und vor einem Jahr noch 64% das deutsche Gesundheitssystem mit „sehr gut“ oder „gut“ bewerten, sind es der Umfrage zufolge aktuell nur noch 59%. Eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in den letzten 2-3 Jahren bestätigten 60% der befragten Bürger und 57% der Ärzte. Weniger als 20% (in beiden Gruppen) traut der Politik eine langfristige Gewährleistung einer guten Gesundheitsversorgung zu.

82% der Bevölkerung erwarten eine Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in den nächsten 10 Jahren, 76% höhere Medikamentenzuzahlungen und 58% gehen davon aus, dass es zukünftig schwieriger sein wird, Rezepte für teure Medikamente zu erhalten. Diese Einschätzungen der Bürger stimmen weitgehend mit denen der Ärzte überein: 84% von ihnen glauben, dass die Verordnung aller medizinisch notwendigen Leistungen in Zukunft schwieriger werden wird und 87% fürchten eine „Zwei-Klassen-Medizin“ (Bürger: 69%).

Von den Befragten hatten 25% noch nie etwas von dem Gesundheitsfonds gehört und fast ebenso viele wussten nicht, welche Änderungen durch den Gesundheitsfonds auf sie zukommen werden. Trotzdem glauben 56% nicht an eine nachhaltige Gesundheitsversorgung durch den Fonds.

Für die Umfrage wurden knapp 1800 Bürger und rund 500 Ärzte befragt.