Verbraucherschützer raten von Sterbegeld-Versicherungen ab

Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten hält die Sterbegeld-Versicherung für eine der überflüssigsten Versicherungen überhaupt. In vielen Fällen sind die Beiträge höher als die letztendlich ausgeschüttete Summe, deshalb sollte der eingezahlte Betrag lieber auf einem Tagesgeldkonto oder in eine andere Versicherung gesteckt werden. In der August-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ zeigten die Tester, dass z.B. bei einem Anbieter ein 45-jähriger Kunde für eine Versicherungssumme von 4500 Euro monatlich 13,22 Euro zahlen muss. Legt man die durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren zugrunde, hätte der Mann bis zu seinem Tod 5235 Euro bezahlt, also mehr als die komplette Versicherungssumme beträgt.

Die Anbieter von Sterbegeld-Versicherungen locken ihre Kunden, indem sie ihnen vorrechnen, wie teuer eine durchschnittliche Beerdigung werden kann. Das früher von den Krankenkassen gezahlte Sterbegeld wurde bereits Anfang 2004 abgeschafft, so dass alleine die Angehörigen für die Kosten für die Beerdigung aufkommen müssen, heißt es da. Rudnik empfindet diese Art der Werbung als Spiel mit der Angst und weiß, dass vor allem Senioren und Menschen mit wenig Geld dafür empfänglich sind.

Trotzdem lohne sich eine Sterbegeld-Versicherung nicht, viel sinnvoller sei eine Risikolebensversicherung, betont Rudnik, der dies an einem einfachen Rechenbeispiel verdeutlicht: Bei einer Risikolebensversicherung mit einer Versicherungssumme von 10.000 kommen auf einen 60-jährigen Kunden monatlich ca. 6 Euro an Beiträgen zu, eine Sterbegeld-Versicherung kostet dagegen etwa 50 Euro monatlich. Brigitte Niklas von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt ebenfalls das Geld für mehr Rendite auf dem Tagesgeldkonto oder als gut verzinstes Festgeld anzulegen.