US-Versicherungen machen 120 Milliarden Dollar Verluste

Die Verluste der amerikanischen Versicherungen sind inzwischen dreimal höher als der Schaden, der durch Hurrikan „Katrina“ entstanden ist. Mit dem Quartalsverlust der American International Group (AIG) belaufen sich die Verluste mit Schuldverschreibungen auf über 120 Milliarden Dollar (umgerechnet 94 Milliarden Euro). Weltweit nähern sich die Gesamtverluste der großen Finanzfirmen damit der Marke von 1 Billion Dollar.

Die am Montag gemeldeten roten Zahlen der AIG für das dritte Quartal machen rund die Hälfte der Verluste in der Versicherungsbranche aus. Dennoch sind die Einnahmen der AIGa durch Prämien in diesem Quartal um 6,8% gestiegen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und belaufen sich auf 21,1 Milliarden Dollar. Laut KBW Insurance Index liefen in diesem Quartal bei insgesamt 15 ihrer 24 Versicherungsgesellschaften Nettoverluste durch den Wertverfall von Anlagepositionen auf. 80 Milliarden Dollar frisches Kapital soll den Kapitalschwund ausgleichen.

Edward Liddy, Vorstandschef der AIG, erklärte in einem Fernsehinterview, dass es noch keinen Grund für eine Entwarnung gäbe, auch wenn man bei seinen Investitionen breit ausgestellt sei. Zwar erwarte er nicht, dass das Vermögen noch weiter an Wert verliert, doch man könne keine sichere Prognose über die Entwicklung am Markt geben.

Vor nicht ganz zwei Wochen wurde ein Hilfspaket in Höhe von 85 Milliarden Dollar zugesagt, das inzwischen jedoch hinfällig wurde, weil AIG stattdessen ein Rettungspaket mit einem Volumen von 150 Milliarden Dollar erhalten hat. Damit sollen die Verluste aus Kreditausfall-Swaps und Hypothekenpapieren ausgeglichen werden.