Rente für Geringverdiener

Die betriebliche Altersvorsorge für Geringverdiener, die so genannte Minijobrente, rückt auch bei den Versicherungen zunehmend in den Fokus des Interesses. Als erstes nahm die Volksfürsorge Lebensversicherung AG eine Minijobrente in ihr Angebot auf, jetzt folgten R+V Lebensversicherung AG und die Gothaer Lebensversicherung AG.

Der Vorstandsvorsitzende der „Versorgungseinrichtung für Beschäftigte mit geringem Einkommen“, der Erfinder des Minijobrenten-Konzepts, Dr. Wolfgang Sachse aus Würzburg bestätigt, dass auch die Angebote dieser beiden Versicherungen den vorgegebenen Qualitätsstandards für eine Minijobrente entsprechen. Es sei ein „Riesenerfolg“, dass sich schon nach so kurzer Zeit gleich drei Produktpartner gefunden haben. Sachse kann sich allerdings eine Zusammenarbeit mit weiteren Partnern gut vorstellen.

Großes Lob erhielt das Konzept der Minijobrente von dem Wirtschafts- und Finanzexperten Hans-Peter Schwintowski von der Berliner Humboldt-Universität, der den Grundgedanken „ebenso genial wie simpel“ findet. Das Prinzip der Minijobrente besteht darin, dass Menschen, die auf 400-Euro-Basis arbeiten, ihre Wochenarbeitszeit geringfügig erhöhen. Im Gegenzug zahlt der Arbeitgeber den Wert dieser Mehrarbeit in eine betriebliche Altersvorsorge ein. Das kann eine Direktversicherung oder eine Unterstützungskasse sein. Dieses Modell ermöglicht Minijobbern eine zusätzliche Altersvorsorge ohne Einkommensbußen. Auch die Arbeitgeber haben keinen Nachteil von dem Modell, denn sie müssen keine Lohnnebenkosten für die Mehrarbeit zahlen. Für Schwintowski ist die Minijobrente eine Option, um bei mindestens drei Millionen Geringverdienern die drohende Altersarmut abzuwenden.