Günstigere Tarife für Lebensversicherungen in Aussicht

Dass die Bundesbürger immer älter werden, könnte sich für Menschen, die eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben, bald finanziell auszahlen. Michael Wortberg, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, erklärt, dass schon in der Vergangenheit viele Versicherungsgesellschaften ihre Beiträge für Risikolebensversicherungen wegen der steigenden Lebenserwartung gesenkt haben. Grund: Mit steigender Lebenserwartung sinkt das Todesfallrisiko für die Versicherungen, da sie nur dann zahlen müssen, wenn der Versicherte vor dem 65. Lebensjahr stirbt.

Manfred Poweleit vom Branchendienst „Map-Report“ erwartet für das kommende Jahr steigende Sterblichkeitsgewinne, die sich – wenn auch nur in geringem Umfang – auch in niedrigeren Beiträgen für Kapitallebensversicherungen oder fondsgebundene Lebensversicherungen niederschlagen können.

Viele Versicherungsunternehmen berechnen ihre Tarife für Neukunden nach der so genannten Sterbetafel, die soeben von den Versicherungsmathematikern der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) vorgelegt wurde. Vergleicht man die Zahlen aus diesem Jahr mit denen aus 1994, wird die gestiegene Lebenserwartung der Deutschen ersichtlich: Während 1994 von insgesamt 1000 im Alter von 30 Jahren versicherten Männern mit 65 Jahren noch 782 lebten, waren es 2008 noch 886 Männer. Bei den Frauen stieg die Zahl im gleichen Zeitraum von 890 auf 932.

Auch wenn die Versicherungen die Beiträge senken, wird sich diese Änderung nach Einschätzung der Aktuarvereinigung auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der Lebensversicherung kaum auswirken, da bei der Gesamtbetrachtung auch die Überschussbeteiligung berücksichtigt werden muss. Mit anderen Worten: Die Versicherungsleistungen werden höher, die Überschussbeteiligung sinkt.