Versicherungsombudsmann spricht von über 17.000 Beschwerden

Im vergangenen Jahr haben sich den Angaben von Günter Hirsch, dem neuen Versicherungsombudsmann, über 17.000 Menschen über ihre Versicherung beschwert. Dabei haben die Beschwerden je nach Versicherungsart unterschiedlich gute Erfolgsaussichten. Bei Kfz- , Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherungen liegen die Erfolgsaussichten bei rund 39%, aber bei Lebensversicherungen nur bei 14%. Hirsch kennt den Grund: Viele unden verstehen ihre Lebens- und Rentenversicherung nicht, was nicht nur an der Unkenntnis der Versicherungsnehmer liegt, sondern auch auf eine gewisse Intransparenz der komplexen Verträge und ihrer Konditionen zurückzuführen sei.

Hirsch, der frühere Präsident des Bundesgerichtshofs, räumt ein, dass das neue Versicherungsvertragsgesetz zwar mehr Klarheit, aber auch neue Probleme mit sich bringe. Nicht geregelt sei z.B. wie die Versicherungen ihre Kunden bei grober Fahrlässigkeit entschädigen. Die hierfür nötigen Kriterien müssen momentan Versicherungen, Gerichte und der Ombudsmann entwickeln. Hirsch, der das Amt des Ombudsmanns am 1. April von Wolfgang Römer übernommen hatte, warnte vor den großen Spielräumen und der Rechtsunsicherheit, die sich hieraus ergeben würden.

Das Versicherungsvertragsgesetz ist am 1. Januar 2008 in Kraft getreten und enthält unter anderem die Regelung, dass Versicherungsnehmer bei grober Fahrlässigkeit nicht mehr leer ausgehen, sondern trotz eigener Pflichtverletzung zumindest einen Teil des entstandenen Schadens ersetzt bekommen.