Private Krankenversicherungen drehen an Kosten

Der Verband private Krankenversicherung (PKV) rechnet mit einem geringen Interesse an dem neuen, durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Basistarif. In den neuen Basistarif können Versicherte die ihren Schutz verloren haben oder auch langjährige Privatversicherte ab 2009 wechseln. Die Privatversicherten haben allerdings nur in der ersten Jahreshälfte die Möglichkeit zu wechseln.

Noch nicht geklärt und strittig ist, wie lange ein in den Basistarif gewechselter Versicherter dort bleiben muss. PKV-Vorsitzender Reinhold Schulte forderte auf der Jahresmitgliederversammlung am Mittwoch in Berlin analog zur Regelung für gesetzliche Anbieter, eine Frist von drei Jahren und hofft auf eine Entscheidung noch in diesem Sommer. Der Verband befürchtet das junge und gesunde Mitglieder in einen höherwertigen Tarif anderer Kassen abwandern könnten und will aus diesem Grund eine möglichst lange Bindung an den Basistarif festschreiben.

Um die Kostensteigerungen zu dämpfen, forderte der PKV Verband die Ärzte wiederholt auf, gemeinsam an bezahlbaren Honoraren auch für Privatpatienten zu arbeiten. Schulte fordert, dass auch die Vergütung der Ärzte in diesem Tarif in der Höhe dem des gesetzlichen Systems entsprechen sollen. Im Normalfall erhalten Ärzte für Privatversicherte deutlich mehr Geld. „Wir gehen deshalb davon aus, dass weder Leistungs- noch Vergütungsgestaltung einen starken Zulauf in den Basistarif auslösen werden“, betonte Schulte.