Handwerker leben gefährlich, Akademiker sicher

Nach Angaben des „Versicherungsjournals“ stehen Handwerker auf der Liste der gefährlichsten Berufe Deutschlands ganz weit oben. Die Bilanz der durchgeführten Untersuchung, in der ausschließlich Mitglieder der Deutschen Rentenversicherung erfasst wurden, ist erschreckend: 2006 wurde gut jede zweite Rente eines Dachdeckers wegen Berufsunfähigkeit gewährt und knapp 30% der Dachdeckerrenten gehen wegen eines Todesfalls als Rente an die Hinterbliebenen. Hinter den Dachdeckern stehen Krankenpfleger, Schlachter, Tiefbauer und Maurer ebenfalls weit oben auf der Liste. Auch Sozialarbeiter, Bauhilfsarbeiter, Hilfsarbeiter und Betonbauer üben nach dem Kriterium der gezahlten Berufsunfähigkeitsrenten und dem hierbei enthaltenen Anteil der Renten wegen Tod einen gefährlichen Beruf aus.

Besonders sicher und ungefährlich sind dagegen akademische Berufe. Am seltensten sind Mediziner von Berufsunfähigkeit betroffen, nur 4% sind im Jahr 2006 krankheitsbedingt aus ihrem Beruf ausgeschieden. Ebenfalls wenig riskant sind die Berufe Maschinenbauingenieur, Elektroingenieur, Unternehmer/Geschäftsführer, Küster, Architekt und Bauingenieur. Auch Leitende Verwaltungsfachleute, Machinenbautechniker, Ingenieure und Real-, Volks- oder Sonderschullehrer gehen vergleichsweise selten krankheitsbedingt früher in Rente.

Insgesamt ist eine positive Entwicklung zu beobachten. Während zwischen 1993 und 1995 noch 24,2% der beantragten Renten wegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit gewährt wurden, lag der Anteil zwischen 2000 und 2003 bei rund 19% und 2006 bei nur noch 17,4%. Dem Map-Report zufolge ist diese Entwicklung allerdings nicht so sehr auf ein höheres Gesundheitsbewusstsein zurückzuführen, als vielmehr Veränderungen am Arbeitsplatz, die diese Zahlen begünstigen. So sei gerade in den Berufen mit hohem Risiko für eine Erwerbsunfähigkeit (z.B. Dachdecker) die Zahhl der Beschäftigten insgesamt zurückgegangen. Dies wirkt sich auch auf die Zahl der Renten aus.