Rekord-Anstieg bei Arzneimittelausgaben

Die vorläufigen Bilanzen der gesetzlichen Krankenversicherungen für das Jahr 2005 lassen bei Gesundheitspolitikern aller Parteien die Alarmglocken schrillen.

Zwar verbuchten die Kassen in den ersten drei Quartalen einen Überschuss von rund 880 Millionen Euro. Doch zum einen wurde das Geld zur Schuldentilgung verwandt, konnte also nicht für beitragsschwache Zeiten zurückgelegt werden. Zum anderen deutet alles darauf hin, dass schon 2006 eine dramatische finanzielle Schieflage droht. Schuld sind vor allem die Ausgaben für Arzneimittel.

Diese Kosten haben sich 2005 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 19 Prozent erhöht. Wird dieser Trend nicht gestoppt, werden die gesetzlichen Krankenversicherungen voraussichtlich bereits im ersten Quartal 2006 in die roten Zahlen rutschen. Weitere Beitragserhöhungen wären dann wohl kaum zu vermeiden.

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