Versicherungen nach islamischem Recht bei der Münchener Rück

Wie Vorstandsmitglied Ludger Arnoldussen am Freitag in Kuala Lumpur mitteilte, will sich die Münchener Rückversicherung auf lange Sicht mit einem Sechstel Marktanteil bei dem weltweiten Rückversicherungsgeschäft nach islamischem Recht etablieren. Dass die Zielvorgabe mit mehr als 15% deutlich höher ist als im normalen Rückversicherungsgeschäft sei vernünftig, da es nicht sehr viele Retakaful-Anbieter gäbe, andererseits aber die Nachfrage nach religionskonformer Geschäftsabschlüsse stetig steige, so Arnoldussen. Er schätzt, dass es sich bei ca. 10% aller islamischen Versicherungsverträge um Retakaful handelt. In den kommenden 10 Jahren wird der islamische Versicherungsmarkt im zweistelligen Prozentbereich steigen, erwartet Arnoldussen.

„Retakaful“ bezeichnet eine Form der Rückversicherung auf Gegenseitigkeit, die dem islamischen Zinsverbot entspricht.

Letzten Donnerstag eröffnete die Münchener Rück ihr erstes Büro in Malaysia, die entsprechende Lizenz zur Durchführung von Lebensversicherungs- und Nicht-Lebensversicherungsgeschäfte besitzt sie schon seit 2006. Südostasien mit Malaysia, Indonesien, Pakistan und der Golfregion ist für das Unternehmen sehr attraktiv, allerdings rechnen Experten nicht damit, dass Retakaful entscheidend zu den Erträgen des Unternehmens beitragen wird. Die ersten drei Jahre werden mit unter 1% Prämienanteilen angegeben. Im letzten Jahr konnte die Münchener Rück Gesamteinnahmen durch Prämien in Höhe von rund 21,5 Milliarden Euro verbuchen.