Was ist ein Finanzforscher und welche Aufgaben hat er?

Was ist ein Finanzforscher und welche Aufgaben hat er?

In einem Staat ist der Gesundheitsminister für die Gesundheit, der Innenminister für die inneren Angelegenheiten und der Finanzminister für die Finanzen zuständig. Ganz allein muss der Finanzminister seinen Job aber nicht machen, er hat Fachleute wie beispielsweise Volkswirte und Finanzforscher an seiner Seite, die ihn beraten. Die Finanzforschung oder Finanzwissenschaft ist die Lehre von der öffentlichen Wirtschaftstätigkeit. Ein Finanzforscher beschäftigt sich mit den vielen ökonomischen Problemen, die ein Staatshaushalt so mit sich bringt.

Die Einnahmen und die Ausgaben

Für einen Finanzforscher spielen die Einnahmen und Ausgaben eines Staates, die im öffentlichen Haushalt erfasst sind, eine wichtige Rolle. Dabei geht es in erster Linie jedoch nicht um die reinen Finanzen, sondern zugleich um die realen Ressourcen einer Volkswirtschaft wie der Bundesrepublik Deutschland. Der Finanzforscher oder der Finanzwissenschaftler befasst sich aber nicht nur damit, wie sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten, sondern er beobachtet auch, wie es um die Beeinflussung von Einkommen und Beschäftigung steht. Wie verteilen sich Einkommen und Vermögen?

Der Finanzforscher erstellt Analysen und bezieht den öffentlichen Haushalt immer seine Arbeit mit ein. So kann der Finanzminister erkennen, in welche Dinge die Bürger viel Geld investieren und wie das Vermögen in der Bevölkerung verteilt ist. Zusammen mit dem Finanzminister muss der Finanzwissenschaftler auch Programme erarbeiten, wie für die Bevölkerung mehr Kaufanreize geschaffen werden können. Ein aktuelles Beispiel ist die beschlossene und zeitlich befristete Absenkung der Mehrwertsteuer, die für die Bürger einen Anreiz darstellt, mehr zu konsumieren.

Ein Teil der Volkswirtschaftslehre

Die Finanzwissenschaft oder Finanzlehre ist neben der reinen Wirtschaftspolitik und der Wirtschaftstheorie die dritte Säule in der Volkswirtschaftslehre. Der Finanzforscher ist demnach auch immer ein diplomierter Volkswirt, der im Finanzministerium eine zentrale Stellung hat. Er beschäftigt sich in erster Linie mit finanzwissenschaftlichen Fragen und beurteilt regelmäßig die finanzpolitischen Entscheidungen des Finanzministeriums. Ohne einen Finanzforscher wäre die moderne Finanzwissenschaft, wie wir sie heute kennen, kaum möglich. Dass eine Demokratie erfolgreich funktionieren kann, hängt nicht zuletzt auch von der Funktionalität der öffentlichen Wirtschaftstätigkeit der Finanzwissenschaftler ab.

Was muss ein Finanzforscher können?

Wer sich für die Finanzwissenschaft als Studienfach entscheidet, muss in der Lage sein, eine finanzielle Lage richtig zu analysieren und zu deuten. Ein Finanzwissenschaftler muss theoretische Konzepte sowie praktische Regelungen der öffentlichen Wirtschaftsaktivität würdigen, aber zugleich kritisch hinterfragen können. Er muss für den Finanzminister Lösungen erarbeiten, die sich umsetzen lassen und aktuelle Probleme schnell erkennen können. Jeder gute Finanzwissenschaftler hat Volkswirtschaft studiert und kennt sich in allen Bereichen der Wirtschafts- und Finanzpolitik bestens aus. Nicht zuletzt ist ein Finanzwissenschaftler ebenfalls ein guter Diplomat, der nicht selten die heikle Aufgabe hat, dem Finanzminister vorzurechnen, dass so manche geplante Ausgabe nicht im laufenden Haushalt vorgesehen ist.

Fazit zum Finanzforscher

Salopp ausgedrückt ist ein Finanzwissenschaftler nichts anderes als der Kassenwart eines Sportvereins. Er hat die Einnahmen wie die Ausgaben fest im Blick und muss sehr genau rechnen, welche neuen Ausgaben möglich sind. Dabei muss er stets darauf achten, wie er die Kasse seines Vereins mit frischem Geld füllen kann. Selbst wenn es zwischen dem Kassenwart eines Vereins und einem Finanzwissenschaftler, der den Finanzminister berät, viele Unterschiede gibt, tragen beide doch eine große Verantwortung.

Bild: @ depositphotos.com / bloomua

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